Der Sohn, der plötzlich auftaucht

Ihr Lieben,

jetzt muss ich auch mal etwas los werden - auch auf die Gefahr hin, dass ihr mich für hysterisch haltet.
Mein Bald-Mann hat einen erwachsenen Sohn (27) aus erster Ehe. Ich kenne M. nur aus Briefen, die dessen Anwalt wegen Unterhaltsstreitigkeiten schreibt. Bis vor ein paar Monaten gab es auch zwischen Vater und Sohn keinen Kontakt mehr. Seit Kurzem nähert man sich an und möchte sich außergerichtlich einigen. Nun möchte M. zur Hochzeit kommen und ich habe einfach nur Panik, dass er unsere Hochzeit zu einem Vater-Sohn-Familienzusammenführungstag wird und nicht mehr unsere Hochzeit. Ich hatte geträumt an diesem Tag eine Prinzessin zu sein, die wichtigste Person und jetzt dreht sich alles um M., der wieder in den Schoß der Familie zurückfindet. Vielleicht bin ich ungerecht, aber ich habe ein so ungutes Gefühl. Ich freue mich, dass mein Bald-Mann und M. sich einigen wollen und diese schlimme Zeit ein Ende haben wird. Gleichzeitig möchte ich aber nicht, dass meine Hochzeit für diesen Akt herhalten muss.

Grüße
Mascha

ich kann beide seiten sehr gut verstehen.
dich, weil du natürlich ein recht hast DIE hauptperson auf EURER hochzeit zu sein und leider kann es schon passieren, dass ihr dann zwei hauptpersonen sein würdet. und m., weil er die gesamte familie dann sieht.

warum könnt ihr euch nicht schon vor der hochzeit treffen? dann hatte dein bald-mann und m. genügend zeit sich auszureden und etwas kennenzulernen. auf eurer hochzeit ist eigentlich nicht die zeit für ein versöhnungsgespräch oder dergleichen. sowas muss meiner meinung nach schon vorher geschehen.

Hallo maschagili,

ich kann dich sehr gut verstehen. Schließlich ist es deine Hochzeit und natürlich bist du die Hauptperson.

Würde auch eher dazu tendieren, dass die beiden/ ihr drei euch mal vorher trefft. Dann hat man sich schonmal beschnuppert und wenn man sich vielleicht doch nicht so gut versteht kann man das dann direkt feststellen.

Und falls es noch Spannungen zwischen deinem Bald-Mann und M. bestehen sollten, dann kann man die auch vor eurer Hochzeit aus der Welt schaffen, ehe das einen Schatten auf die Hochzeit wirft.

LG
Karina

Hallo Maschagili,

ich weiß nicht, wie genau das Verhältnis zwischen deinem Mann und seinem Sohn ist und war. Aber ich hatte eine zeitlang auch ein sehr schlechtes Verhältnis zu meinem Vater.
Gewisse Streitigkeiten hatten sich einfach hoch geschaukelt und am Ende hatten wir keinen Kontakt mehr und auch ich habe Briefe an seinen Anwalt geschrieben, da ich finanzielle Unterstützung zum Studium eingefordert habe. Dazu muss gesagt werden, dass zwar eigentlich die Eltern nach einer Scheidung diese Sachen übernehmen, aber mit Volljährigkeit des Kindes, das Kind offiziell den Anwalt beauftragt.
Das Verhältnis ist langsam wieder besser geworden. Wir haben wieder guten Kontakt zueinander und mein Vater hat mich während meines Studiums immer bestens unterstützt, nicht nur finanziell.
Ich hätte zu keinem Zeitpunkt verstanden, wenn mein Vater mir verweigert hätte, zu einem Fest zu kommen, dass so wichtig für ihn ist wie eine Hochzeit.
Familenstreitigkeiten können sich leider schnell hochspielen und sehr ernst werden, aber sie können auch recht schnell wieder abgebaut werden, denn immerhin handelt es sich um Eltern und Kinder, da besteht einfach eine sehr feste Verbindung. Und ich denke, es geht ihm wirklich um die Hochzeit, nicht um eine tränenreiche, showreiche Versöhnung, bei der er im Mittelpunkt steht.
LG, Marei

Hallo

die ‘Versöhnung’ sollte unbedingt an irgendeiinem Tag VOR der HOchzeit stattfinden. Nicht nur, dass der ochzeitstag euer Tag sein soll und wird, Dein Mann wird in dem ganzen Trubel auch wenig Zeit für den Sohn haben! Das könnte wiederum dem Sohn übel aufstossen, wenn man sich so lange nicht gesehen hat.
Auf unserer Hochzeit habe ich mit jedem nur kurz Kontakt gehabt. Aber ich bin ‘rumgekommen’. Wenn Dein Mann den Druck hat sich überwiegend mit seinem Sohn zu beschäftigen (was er sicherlich auch gerne machen wird, da es ja sicherlich viel zu bereden gibt), kann das arg ins Auge gehen! BITTE: unbedingt vorher treffen zu einem netten Abendessen (zu zweit und Du kommst vielleicht später dazu) und dann kann er auch gerne zur Hochzeit kommen.

Liebe Grüße
Britta

hast du schon mit deinem zukünftigen geredet?

Ihr Lieben,

mein Mann und M. telefonieren miteinander und haben sich auch schon getroffen. Die Versöhnung ist da also schon gschehen. Es geht mir in diesem Fall nur um mich. Ich kenne M. nicht - weder persönlich noch über Telefon. M. hat die Familie meines Bald-Mannes seit bald 10 Jahren nicht mehr gesehen. Ich bin einfach so egoistisch und möchte diesen Tag für mich und meinen Mann haben. Nicht auf der einen Seite Hochzeit und auf der anderen Seite Familienzusammenführung.
Außerdem hat M. es bis heute nicht geschafft, Adresse und Name seiner Begleitung bekannt zu geben. Allein dieses Verhalten finde ich sehr unhöflich.
Da ich M. nicht einschätzen kann, habe ich einfach nur ein ungutes Gefühl und weiß nicht, ob er unsere Hochzeit als Plattform für Vergangenheitsbewältigung nutzen möchte. Mein Bald-Mann mein, M. sei nicht der Typ dafür, aber glaubhaft versichern kann er es mir auch nicht.
Eine richtige Zwickmühle! Aber, wie meine kluge Freundin immer sagt, einfach laufen lassen. Was passieren muss, passiert!

Grüße
Mascha

Hallo,

ich kann Deine Gedanken und Befürchtungen sehr gut verstehen… Es ist Euer Tag und das ist eine Angelegenheit, deren Verlauf man nicht gut vorhersagen kann…

Das Verhältnis zwischen Deinem Mann und seinem Sohn scheint ja wirklich fast geklärt zu sein - allerdings würde ich auch auf ein vorheriges Treffen bestehen, dass Du ihn vorher bereits kennen gelernt hast.

Wie laufen denn Eure Feierlichkeiten generell ab? Bei uns ist alles eigentlich bereits am Donnerstag gestartet, dann am Freitag die Feier im Familienkreis und am Samstag die eigentliche kirchliche Trauung mit Hochzeitsfeier. Sprich, bei uns hätte man im “Vorfeld” genügend Gelegenheit gehabt, eine Familienzusammenführung zu machen.

So kann er evtl. bereits am Vortag seine Großeltern etc. in die Arme schließen und an Eurem großen Tag wäre alles bereits etwas entspannter???

Viele Grüße

Susanne

Wir haben am Tag vor der Hochzeit bei uns ein Pizza-Essen veranstaltet, da sich viele der Gäste gar nicht kannten. Wäre so eine Vorfeier (Pizza, Pappteller und etwas zu trinken ist ja nicht so teuer) nicht etwas für euch? Dann könnte die ‘Versöhnung’ dann schon mal von statten gehen und gilt als Probelauf für die Hochzeit … was denkst Du?

Viele Grüße
Britta