Ehegespräch mit kath. Pfarrer für Dispens

Hallo,

mein Verlobter (evangelisch) und ich (katholisch) wollen im September evangelisch heiraten.
Jetzt ist es so, dass ich von der kath. Kirche eine Dispens benötige, dass ich evangelisch heiraten darf.
Dachte es würde ein Anruf genügen. Aber wir beide müssen nun einen Termin mit unserem ortsansässigen kath. Pfarrer für
ein Ehegespräch vereinbaren. Der schreibt darüber ein Protokoll welches ans Bistum weitergeleitet wird. Die wiederum werden dann
die Dispens erteilen. Hat jemand von Euch auch eine Dispens benötigt und wenn ja, wie ist das Ehegespräch verlaufen?
Was wird denn da gefragt? Hab da echt ein bisschen bammel vor, weil ich ja eigentlich nicht so wirklich streng katholisch bin.

Danke vorab für Eure Rückmeldung.
Gruß Claudia

Hallo Claudi-JA!

Bei uns ist es umgekehrt: Mein Schatz ist katholisch, ich bin evangelisch und wir werden katholisch heiraten. Ich brauchte als evangelischer Teil im Prinzip die “Erlaubnis” des katholischen Pfarrers, dass ich in der Kirche heiraten kann. Das war aber alles eher ein “formaler Akt” mit vielen Unterschriften etc. Ich musste dann auch einen “Ledigeneid” schwören. Aber wie gesagt, die Gespräche mit den jeweiligen Geistlichen sind meistens sehr entspannt.

Aber vielleicht kommen weitere Rückmeldungen anderer Bräute!

Viele Grüße
Sunnybride

Hallo,

mein Verlobter ist ohne Bekenntnis und ich bin katholisch.

Wir brauchten daher auch diese Erlaubnis und waren dafür beim Pfarrer. Das war aber gar nicht schlimm. Wir brauchten nur Ausweise und Taufbestätigung.

Ich bin auch nicht streng katholisch, aber es war kein Problem. :wink:

Hallo!

Ich bin auch evangelisch und mein Mann katholisch und wir haben in der evangelischen Kirche geheiratet. Die Dispens brauchten wir also auch, aber mach Dir darum mal keine Sorgen. Das ist ein Vordruck mit ein paar Fragen, die vollkommen unproblematisch zu beantworten sind. Kann Dir die im einzelnen nicht mehr nennen. Aber an eine kann ich mich noch gut erinnern, nämlich ob man später das Kind katholisch taufen lässt. Hab dem Pfarrer ganz ehrlich geantwortet, dass wir das eigentlich nicht wollen. Daraufhin hat er dann mal nett mit dem Auge gezwinkert…!!!

Also, nur keinen Streß!

LG, Yvi

Kann Yvi nur zustimmen.
Wir hatten auch die selbe Konstellation, ich katholisch, er evangelisch…

Bei uns war es sogar ein sehr schönes und nettes gespräch. Anschließend waren wir fast versucht eine ökumenische Trauung zu machen. Aber der Aufwand mit umplanen und allem war uns dann doch zu viel.

An die Frage mit der Taufe der Kinder kann ich mich auch noch erinnern. Und ob wir uns gegenseitig irgendetwas verschwiegen hätten, was den anderen an der Ehe hindern könnte. Die Frage fanden wir ganz witzig.
Und dann ging es noch um die Religion usw…

Gruß
Cab

Ich kann Yvi auch nur zustimmen. Das Gespräch war nett und ungezwungen. Und es war ein vorgedruckter Fragebogen. Da waren Fragen, wie beispielsweise, ob wir schon einmal verheiratet waren, ob wir schon Kinder haben, ob wir versuchen werden, unsere Kinder nach unseren Möglichkeiten im katholischen Glauben zu erziehen und ob wir irgendwelche Krankheiten haben, die unser Partner noch nicht weiß (äh, nein!).
Also, mach dir mal keine Panik, dass ist wirklich nett. Unser Pfarrer meinte dann noch, dass wir ja die Zukunft darstellen würden, in der sich verschiedene Religionen verbinden. Fand ich sehr nett!

Wir sind auch evangelisch (er) und katholisch (ich) und wir haben **ohne Dispens **evangelisch geheiratet.

Nun kann ich Dir nicht genau sagen, was das bedeutet. Ich glaube aber, es geht darum, dass die Ehe auch vor der katholischen Kirche anerkannt wird, obwohl sie in der evangelischen Kirche geschlossen wurde. Für mich war das nicht so wesentlich, deshalb habe ich mich mit dem katholischen Pfarrer gar nicht in Verbindung gesetzt.

Gruss
gioconda

Möchte den Beitrag noch mal nach oben schieben!

Gab es in dem so genannten Fragebogen auch so Fragen wie, warum man denn unbedingt evangelisch getraut werden möchte und nicht katholisch?

Würde mich über noch weitere Erfahrungen freuen!

Das mit der katholischen Kindererziehung ist aber normal! Hat uns unser ev. Pfarre auch schon von erzählt, dass diese Fragen kommen wird!

Kann man denn auch ohne Dispens evangelisch heiraten? Hat das dann nur was damit zu tun das sie katholische Kirche die Ehe dann nicht anerkennt?

hallo zusammen

ach da bin ich froh gibt es noch mehr so interreligiöse-sonderfälle… wir haben am mittwoch unser gespräch für die dispens. mein zukünftiger ist evangelisch und ich katholisch. im alltag merke ich da kein wahnsinns unterschied, obwohl wir beide gläubig aber keine kirchgänger sind. bei uns ist es klar, dass wir evangelisch heiraten werden. unsere kinder werden wir christlich erziehen. aber halt schon evangelisch, da wir in einem dorf wohnen in dem 90 % der bevölkerung den evangelischen glauben haben. ich finde es wichtig, dass man einem kind den glauben an gott weitergibt, wie er auch immer heissen mag. denn durch den glauben ist auch unsere kultur und die art und weise wie man lebt beeinflusst. für mich ist glauben jedoch nicht gleich kirchenbesuch… obwohl mir die kirchliche trauung sehr wichtig ist!

dieses thema hatten wir gestern abend mit meinen eltern auch… sie finden es ein wenig suspekt, dass wir unsere kinder evangelisch erziehen wollen, da ja früher immer gesagt wurde: die kinder sollten den glauben der mutter annehmen… doch früher wurde auch gesagt: die kinder werden von der mutter erzogen… und ich fände die vorstellung, dass mein zukünftiger nichts zur erziehung der kinder beitragen darf komisch… meine eltern werden sich, wenns soweit ist wohl auch an evangelische enkel gewöhnen :open_mouth: :open_mouth: :open_mouth:

doch ich bin auch für diese ort-geschichte wie du… und klar: kirchenbesuch an ostern, weihnachten und so weiter gehört für mich dazu wie das amen in der kirche…

super thema! ich bin evangelisch, mein zukünftiger katholisch und wir wollen nur evangelisch heiraten.
dazu kommt noch, dass wir nicht an unserem wohnort heiraten und auch nicht den zugehörigen pfarrer haben zu der kirche, in der wir heiraten.
eine freundin, die letztes jahr geheiratet hat, hat erzählt, dass man den dispens nicht zwingend braucht. du kannst auch so heiraten, allerdings ist die ehe in der katholischen kirche dann nicht anerkannt, was bedeutet, dass im falle einer scheidung der partner nochmal kirchlich (katholisch) heiraten kann, was sonst ja nicht ginge…

Also erstmal MUSS der evangelische Partner nicht unterschreiben, dass die Kinder katholisch getauft werden. Da ist der Pfarrer aus dem Beispiel oben falsch informiert. Der evangelische Partner muss lediglich darüber informiert werden, dass der katholische Partner diese Klausel unterschreiben musste. Das ist ein gewaltiger Unterschied (finde ich zumindest).

Grundsätzlich ist der Gedanke über die Kindererziehung schon bei der Wahl der Form der Eheschließung nicht schlecht, insofern finde ich das Formular grundsätzlich nicht verwerflich, auch wenn ICH da sicherlich nichts unterschreibe. :smiley: Ich würde die spätere Taufe der Kinder allerdings davon abhängig machen, in welcher Konfession man sich als Ehepaar eher zu Hause fühlt. Wenn das bei keiner der beiden Konfessionen der Fall ist (auf nur Weihnachten/Ostern/Hochzeitskirchengänger trifft das wohl zu), ok, aber es gibt schon einige Unterschiede die man in einer interkonfessionellen Ehe wenigstens mal angesprochen haben sollte. Oder? :smiley:

Muss jetzt auch mal was fragen:
Wenn ich dann diesen Dispens nicht “beantrage”, sondern dann eben ohne das katholische Sakrament heirate, muss ich dann dem evangelischen Pfarrer Bescheid geben? Oder verläuft das ganze dann einfach im Sande… :blush:

Sorry, aber kenne mich überhaupt nicht aus…

Also, unserer evangelischen Kirche ist das völlig schnuppe. Das hat gar keine Bedeutung für die, das ist nur für den Katholiken persönlich wichtig - oder eben auch nicht, muss jeder selbst entscheiden.
Ich habe heute ne nette mail vom katholischen Pfarrer bekommen und werde einen Termin fürs Traugespräch mit ihm ausmachen um die Dispens zu bekommen. Ich erzähl Euch dann wies war.

wir waren gestern abend beim katholischen pfarrer zu gast, um die dispens zu beantragen. es war ein sehr interessantes gespräch über den glauben, die liebe, das zusammen leben, die tücken des alltags und auch die ehe. zugegeben: mir war vor diesem termin schon ein bisschen flau im magen, da ich nicht recht wusste wie das ganze vor sich geht.

die dispens ist einfach ein 4-seitiger fragebogen wo man alle personalien angibt und sich die katholischen eheversprechen gibt. unser pfarrer hat von sich aus gefragt, ob wir unsere kinder christlich erziehen möchten und hat sich bewusst evangelisch und katholisch erwähnt. er hat uns erklärt, dass bei den katholischen die ehe noch ein wenig weiter ginge als einfach die juristischen vorlagen…

zum schluss musste ich zum ersten mal mit meinem neuen namen unterschreiben… das war ein sehr witziger moment da ich das zuvor noch gar nicht geübt habe… muss ich wohl noch machen bis im mai. mein zukünftiger war ganz gespannt auf meine unterschrift. wenn wir zeugen dabei gehabt hätten, wären wir jetzt schon getraut :open_mouth: :open_mouth: :open_mouth:

@curry: ich war eben sehr überrascht, dass meine mutter so auf gläubig umgeschwenkt hat, da wir sonst auch nicht sehr heilig leben und auch ab und zu mal nicht sehr christlich reden wie z.b. deine oma… :wink:

Also ich habe vor 10 Jahren evangelisch geheiratet. Mein Ex-Mann ist evangelisch. Wir waren gleich beim evangelischem Pfarrer und der hat überhaupt keinen Wert auf die Dispens gelegt. Ich habe mich auch nicht weiter darum gekümmert, weil für uns klar war, dass wenn wir Kinder haben sollten, die Kinder katholisch getauft werden. Mittlerweile bin ich geschieden und werde im Juni noch einmal heiraten. Dadurch, dass ich mir damals nicht die “Erlaubnis” geholt habe und der Pfarrer diese Ehe nicht an die kath. Kirche weitergeleitet hat, darf ich noch einmal kirchlich heiraten.

Der kath. Pfarrer war über diesen Zustand nicht begeistert aber laut Kirchenrecht kann er da auch nichts machen. War halt vom evtl. Pfarrer nicht korrekt, es nicht an die kath. Kirche weiterzuleiten.

Jetzt bin ich sehr froh, dass ich noch einmal kirchlich heiraten darf.