Ehetauglichkeitsprüfung

Schon recht früh hatte ich meiner Trauzeugin anvertraut, dass ich gerne eine JGA haben möchte, aber eben nicht mit den typischen Spielen, Bars etc. Der festgesetzte Termin näherte sich unaufhaltsam und am 16. August war ich furchtbar aufgeregt. Ich weiß, dass ich meiner Trauzeugin vertrauen kann, aber irgendwie war ich dann doch unsicher, was mich so erwarten würde.

Endlich klingelte es an der Tür und die ersten beiden großen Überraschungen standen davor – meine Schwester und ein sehr gute Freundin hatten jeweils ca. 200km Anfahrt in Kauf genommen, um bei meinem JGA dabei zu sein. Unsere beiden Trauzeuginnen, hatten also beste Arbeit geleistet. Die vier Mädels waren super gelaunt - nur ich hatte immer noch ein flaues Gefühl im Magen.

Zuerst wurde mir die Prüfungsordnung für meine Ehetauglichkeitsprüfung verlesen. Meine Trauzeugin hat sich da richtig viel Mühe mit gegeben. Der wichtigste Punkt war, dass ich laut Ordnung nicht durchfallen konnte bzw. zum Bestehen die Mädels mit Prosecco bestechen konnte. Es wurde jeweils eine A und eine B Note vergeben. Die A-Note für Technik und die B-Note für Haltung. Sechs Prüfungen folgten…

  1. Mein Grüner Daumen
    Meine erste Aufgabe war es, eine Pflanze umzutopfen. Hier konnte ich brillieren, habe ich doch tatsächlich einen grünen Daumen. Mein Garten gehört einfach zu meinem Leben. Die Pflanze war schnell umgetopft und für die B-Note hieß es immer – bitte lächeln.

  2. Schlaf Kindlein schlaf
    Danach machten wir fünf uns auf nach Frankfurt. Der erste Weg führte uns ins Kaufhaus, wo die nächste Prüfung anstand.
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    Ich sollten Kinder zum strahlen bringen. Dazu wurde mir ein Bastelset zur Verfügung gestellt. Klar, war das nicht so einfach, aber zum Glück war genug Glitterkram in der Kiste, so dass ich im Handumdrehen kleine silberne und goldene Armreifen machte und damit (mit Erlaubnis der Eltern) Mädchenaugen zum strahlen gebracht habe. Na ja, bestanden habe ich, aber einer eher schlechten Note, da ich leider die Jungs nicht bedacht hatte. Aber, wie sag ich immer – bestanden ist bestanden.

  3. Hungriger Spontanbesuch
    Weiter ging es in die Wohnung meiner Trauzeugin. Es war Mittagszeit und sie fragte schließlich, ob wir Hunger hätten. Alle bejahten und dann schauten sie alle mich an. Die dritte Prüfung stand an – ich sollte mit dem, was da war, ein leckeres Mittag zaubern. Das tat ich dann auch, denn Kochen kann ich eigentlich ganz gut. Es gab gemischten Salat mit Schafskäse als Vorspeise und Reis mit Gemüse und Krabben aus dem Wok (einer Fertiggewürzmischung sei Dank) als Hauptspeise. Zum Dessert lud ich die Mädels später zu einer Kugel Eis ein. Es hat allen geschmeckt und die Aufgabe war bestanden.
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  4. Flickstunde
    Nach dem Essen liefen wir die Strasse runter und blieben auf einmal vor einem Schneiderladen stehen. Ich war etwas verdutzt, bevor ich merkte, dass wir schon bei der nächsten Aufgabe angekommen waren. Ich musste mein Nähgeschick beweisen und dass auch noch vorm Ladenbesitzer, der natürlich eingeweiht war. Er hat wunderbar mitgespielt und so hat das Socken stopfen richtig Spaß gemacht.
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  5. Putzteufel
    Nachdem alles angenäht bzw. gestopft war, ging es weiter die Strasse entlang. Wir standen an einer Straßenbahnhaltestelle und ich dachte, wir fahren wieder irgendwo hin. Dann zauberte meine Trauzeugin einen Eimer mit Putzzeug hervor und ich sollte die Scheibe der Haltestelle putzen. Ich sage euch, dass war lustig. Erst recht die Gesichter der Autofahrer, die daran vorbei fuhren. Damit es nicht so einfach wurde, malten die Mädels mit wasserfesten Edding noch an die Scheibe, aber auch das meisterhaft wieder entfernt. Ich glaub so sauber, war die Scheibe noch nie.
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  6. Heilende Hände
    Endlich stand die letzte Prüfung an. Ich hatte bewiesen, dass ich Blumen pflegen, nähen, putzen, kochen und mich um Kinder kümmern kann, aber zu den Pflichten einer Ehefrau gehört auch das Verwöhnen des Ehemannes. Also führte uns der nächste Weg zu einer Masseurin. Dort zeigte sie mir, wir ich richtig den Rücken massiere. Meine Schwester hatte sich freiwillig als „Opfer“ gemeldet.
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    Als die Masseurin mit mir zufrieden war, gab es die nächste Überraschung. Die Mädels zogen sich zurück und ich erhielt eine ganz tolle Rückenmassage.

Alle Prüfungen waren bestanden und wir machten es uns in einem typischen Frankfurter Biergarten gemütlich und quatschen bis in die Nacht.

Alles in allem war es ein wunderschöner Tag, den ich nie vergessen werde. Meine Traumhochzeit war nun wieder einen Schritt näher gekommen…

Liebe Grüße,
Ha-Tschi

PS: Den Hochzeitsbericht gibt es auch bald.

Das klingt nach einem sehr schönen und lustigen JGA. Deine Mädels haben sich wirklich mal etwas anderes einfallen lassen!!!

LG
Miriam

ich musste wirklich herzhaft lachen. http://www.smilies.4-user.de/include/Froehlich/smilie_happy_010.gif
find die idee von deinen freundinnen super.

Was dür eine spitzen Idee von deinen Mädels und du hast dich den ganzen Tag als Braut fühlen können…wie schön. :smiley: