Eheversprechen

Hallo Ihr Mitbräute,

hatte letzte Woche die Serie “Der Fürst und das Mädchen” aufgenommen.
Maximilian Schell hatte da ein wundervolles Eheversprechen vorgelesen. Durch hin und hersspulen der Kassette habe ich es aufgeschrieben und möchte nun fragen, wie es euch gefällt?

Ihr sollt gemeinsam das Versprechen geben:

Ich sage ja zu dir
wie du bist
nicht so wie ich dich haben will
du sollst nicht so sein
wie ich dich mir wünsche
sondern wie du selbst sein willst
du sollst nicht unter dem Druck stehen
dich mir anpassen zu müssen
mein gegenstück
meine andere Hälfte zu sein
sondern du sollst so sein wie du bist
und du sollst immer mehr werden
wer du bist
du sollst spüren dass mir dein anders sein gut tut
und Freude bereitet.

Ich finde es total schön und mein Liebster auch. Wir wollen es entweder von der Standesbeamtin oder in der Kirche vorlesen lassen.

Liebe Grüße Annerose

Hallo,
hört sich toll an. Ich finde so ein persönliches Eheversprechen ja sowieso schön, aber mein Liebster möchte nicht unbedingt eins vortragen und ehrlich gesagt, kann ich auch nicht so gut vor einer Menschenmenge sprechen. Wir heiraten ja standesamtlich auf einem Schiff. Ich muss mal mit dem Standesbeamten sprechen, ob er die Trauung etwas persönlicher gestalten kann. Vielleicht wäre ja das eine gute Lösung, wenn er solch ein Versprechen vorliest.
LG Mel

wir möchten uns auch etwas persönliches sagen.

mein verlobter hat bei der taufe seines neffen (er ist auch taufpate) wunderschöne gedanken für den kleinen vorgelesen. und sogar da, hat seine stimme fast versagt. mir würde das auch so gehen. ich kann zwar vor vielen leuten eine rede halten (und werde dies beim abendessen auch tun), aber in einem so rührenden moment wie der trauung, puhhh…

mal schauen, ob wir es schaffen; sonst halt in einem stillen moment der zweisamkeit nach der trauung.

@annerose
ist wirklich wunderschön!!!
werdet ihr das abwechselnd vortragen, oder wie werdet ihr das machen?

@alle:
wenn es euch nur irgendwie möglich ist, dann solltet ihr darauf nicht verzichten. es ist wirklich ein ganz besonderer moment, wenn man den liebsten bei den händen hält, ihm in die augen sieht und ihm sein persönliches versprechen gibt.

kleiner tip:
wir haben vorher noch geübt.
ich hab vorher meinen text gelernt und dann haben wir es noch einmal zusammen geübt und das war gut so, ansonsten wäre ich vor ihm gestanden wie ein heulender schlosshund so gerührt war ich. ist beim üben dann auch passiert. aber wenn man es dann ein paar mal gemeinsam geübt hat, dann geht’s in dem moment dann ganz gut. :wink:
unsere eheversprechen war so gestaltet, das einmal er und einmal ich eine zeile gesprochen haben - und zwischendurch gemeinsam eine zeile.
den moment möchte ich auf keinen fall missen.

das ist aber schön und ich muss es mir unbedingt speichern :smiley:

Hallo Michy,
Hallo Annerose,

ich finde den Text auch sehr schön; in der Essenz das, was mir an dem Text “von der Ehe” von Khalil Gibran so gefällt (Zitat unten): in der Liebe und im Leben ist es wichtig, den anderen so zu schätzen und zu lieben, wie er/sie ist… Wenn wir uns zu nah sind, wird das manchmal schwierig…

Michy, den Tipp mit dem Üben finde ich sehr hilfreich. Ich gehöre auch zu denen, die “nahe am Wasser gebaut haben” und beim Gedanken an diesen Moment heul’ ich schon jetzt…

Vielen Dank!

Hier der Text von Gibran, falls es jemand interessieren sollte

Von der Ehe

Ihr wurdet zusammen geboren,
und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein,
wenn die weissen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderern Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen

Liebe Grüße
gioconda

@gioconda:
da bekomm ich beim lesen gänsehaut, soooo schön.

ihr solltet vielleicht für die gäste taschentücher hinterlegen :wink:
soviel ich weiß gab oder gibt es im forum eine braut, die hat je ein taschentuch in das kirchenheft integriert. angesichts eurer rührenden eheversprechen vielleicht auch eine nette idee.

Ich kann mich Michy da nur anschließen. Ich mußte meinen Süßen auch erst überzeugen, weil er zuviel Angst hatte. Aber wir haben es vorher ganz oft geübt, so daß im entscheidenden Moment die Rührung gar nicht da war (die kam an anderen Stellen). Es war großartig - so haben WIR UNS geheiratet und sind nicht vom Pfarrer verheiratet worden, wenn Ihr versteht, was ich meine…

Ja, das hört sich echt toll an. Aber ich habe immer noch die Befürchtung, dass mir die Stimme wegbleibt. Außerdem muss ich auch noch mit dem Standesamt klären, ob es geht.
Hat vielleicht noch jemand Textvorschläge?
LG Mel

Und, wäre das schlimm, wenn Dir die Stimme wegbliebe?
Interessanterweise habe ich die Erfahrung auf verschiedenen Hochzeiten gemacht, daß die nervösesten Bräute im entscheidenden Moment ganz fest und klar gesprochen haben.

Trotzdem - es ist ein total emotionaler und wichtiger Moment. Ich fände es überhaupt nicht dramatisch, wenn man dabei ein bißchen schlucken oder weinen muß (lautes Schluchzen wäre natürlich schon ein bißchen unpassend 8) ).