Kind des Partners

Hallo!

Meine Frage richtet sich an jene, dessen Zukünftiger bereits ein Kind aus einer früheren Beziehung hat: Wie bindet ihr dieses in eure Hochzeit mit ein?

Mein Freund hat eine Tochter (6). Natürlich gibt es immer mal wieder das eine oder andere Problem, auch wenn es im Normalfall recht gut läuft, wenn sie bei uns ist (lebt primär bei der Mutter).

Bei unserer Hochzeit möchte ich allerdings nicht, dass eventuelle Eifersüchteleien oder sich-zurückgesetzt-fühlen der Kleinen zu Problemen führen. Es ist eine Gradwanderung: Ihr Vater heiratet eine Frau, die nicht ihre Mutter ist und dass das nicht immer einfach ist, ist klar. Die Hochzeit ist andererseits ein Fest, das ich in vollen Zügen genießen möchte - einfach mal mit meinem Mann im Mittelpunkt stehen und uns freuen.

Deshalb versuchen wir schon im Vorhinein, gewisse Dinge zu fördern und sie sinnvoll einzubinden. So wird sie, wie sie es sich gewünscht hat, Blumenmädchen sein. Wir haben so viele Kinder wie möglich in ihrem Alter da, mit denen sie sich versteht und ihre Großeltern und Onkel/Tante werden ein Auge auf sie haben. Mein Freund hat ihr schon weitgehend den Ablauf erklärt und mit ihr gesprochen, dass sie an diesem Tag mal nicht so ganz im Mittelpunkt stehen kann (Einzelkind).

An jene, die ihre Hochzeit bereits unter diesen Umständen hinter sich haben: Gab es in der Hinsicht Probleme beim Fest? Wie viel Zeit habt ihr gefunden, um euch mit dem Kind zu beschäftigen? Habt ihr das ein wenig den Großeltern oder anderen Verwandten übertragen? Ich befürchte, dass wir bei unseren großen Gästeanzahl ziemlich eingedeckt sein werden… Hat das Kind irgendwelche Aufgaben übernommen (also wie z.B. das Blumenstreuen…)

Ihr würdet mir mit euren Tipps sehr helfen!

Hallo Sara-Mira!

Ich habe auf diesem Gebiet absolut keine Erfahrung und kann dir da nicht helfen, aber ich finde es schön, dass du dir so viele Gedanken um die Kleine machst!

Danke, das ist lieb.

Klar muss man sich Gedanken machen, die Kleine ist ja auch mir wichtig. Aber ich bin auch ehrlich: Es geht mir dabei auch um mich. :blush: Das Fest bedeutet mir sehr viel, so wie meine Liebe zu meinem Freund. Und da wünsche ich mir ein unbelastetes und störungsfreies Fest.

Hi sara-mira,

ich könnte mir vorstellen, das man als Brautpaar nicht ständig nach der Tochter schauen kann. Ich habe zwar auch zwei Kinder aus meiner ersten Ehe, aber sie wohnen bei mir, und fühlen sich dadurch vielleicht zugehöriger, vor allem sind sie eben zu zweit… Aber auch ich/wir überlegen schon, wie wir sie mit einbinden können, ich finde das auch sehr nett von dir, sich darum Gedanken zu machen.
Als Mutter würde ich sagen, sie fühlt sich dann wohl, wenn noch andere Bezugspersonen auf der Feier dabei sind. Also, falls noch vorhanden, die Eltern deines Zukünftigen (Opa+Oma), vielleicht ein and. Kind, dass sie kennt und mag, oder Freunde von Euch, mit denen sie schon öfter zusammen war. Blumenmädchen ist sie schon, vielleicht kann sie Euch auch die Ringe bringen, oder ein kleines Gedicht aufsagen (wenn sie der Typ dafür ist), beim Torte-anschneiden kann sie dabei sein, oder den allerersten Luftballon fliegen lassen, oder den 2. Tanz, nach dir dann, mit dem Papa tanzen… da gibt’s ja jede Menge…

vg
starlight

Hallo,

ich kann dir nicht aus eigenen Erfahrungen berichten, aber von einer solchen Hochzeit.
Die “Kleine” war damals 9 und der Papa hat meine Freundin geheiratet. Sie durfte Blumenstreuen, hatte ihre Cousins dabei und Oma/Opa.
Aber:
Sie wollte am Tisch am liebsten zwischen den Brautleuten sitzen, hat ständig “Papa hier, Papa da” gerufen und es überhaupt nicht eingesehen, dass sie diesmal nicht die 1. Geige spielt. Sie ist auch Einzelkind und war vom besagten Papa sehr verwöhnt.
Was mich aber am meisten geärgert hat, war, dass weder Großeltern noch Tante sie da mal zur Seite genommen hat. Meine Freundin tat mir voll leid, weil sie nicht im Mittelpunkt stehen konnte.

Auch da im Vorfeld dran denken, dass diese Bezugspersonen solche Situationen erkennen und entschärfen.

Grüße

Danke starlight, da sind schöne Ideen dabei. Vor allem das mit dem Tanz ist toll.

Ansonsten denke ich, dass sie eh beschäftigt sein wird mit den anderen Kindern. Sie ist auch schon recht selbstständig. Möchte z.B. beim Hochzeitsessen nicht bei uns, sondern am Kindertisch sitzen (“ist cooler” 8) )

Aber man weiß ja nie, was in dem Kind bei der Hochzeit des Vaters dann vorgeht. So ganz einverstanden sind sie ja nie, wenn Papa nicht Mama heiratet.

@traulsi: Ja, vor solch einem Verhalten hab ich ein wenig Angst, auch wenn ich nicht glaube, dass sie das tut. Verwöhnt ist sie nicht so sehr und sie kennt auch die Grenzen bei ihrem Vater sehr gut. Wir werden vorher mit ihr mehrmals reden und auch die Großeltern und Onkel/Tante ein bisschen um Mithilfe bitten.

traulsi: das hört sich wirklich grausig an… da kann man wirklich nur darauf hoffen, dass jemand mal Courage zeigt, und das Kind ablenkt…
sara-mira: es stimmt schon, einfach ist es oft nicht, kommt immer drauf an, wie gut der Kontakt zur Exfrau ist, wie grosszügig sie auch sein kann, ob sie das Kind nicht unnötig belastet usw. usw.
Aber wie du auch geschrieben hast, es ist euer grosser Tag und besiegelt ja einen neuen Lebensabschnitt. Seine Tochter wird immer dazugehören, und insofern finde ich es sehr nett und richtig, sich auch Gedanken darum zu machen, ob sie sich wohl fühlen wird. Egoistisch ist das meiner Meinung nach nicht, mich würde ein quengelndes Kind auch stören. Man muss auch ein sechsjähriges Mädchen nicht hofieren, um es ja friedlich zu stimmen, (oh Gott, da hätte ich ja jeden Tag ordentlich was zu tun), aber einbinden nutzt beiden Seiten was. Und ganz ehrlich, es wird auch deinen Freund sehr freuen. Sie könnte sich auch in die Gestaltung des Kindertisches mit einbringen, mein Sohn möchte z.B. unbedingt die Kinderüberraschungen aussuchen, oder sie denkt sich schon mal ein paar Spiele aus.

Falls du zum Thema Stiefkinder usw. Lust hast was zu lesen:
www.familienhandbuch.de
Mich beruhigt das immer sehr, wenn man sieht, dass manche Problem(chen) völlig naturgemäss sind und wie oft die leibl. Elternteile zw. den Stühlen sitzen, der Expartner Angst hat, die Kinder gefühlsmässig zu verlieren oder der neue Partner sich als der Störenfried vorkommt. Bei uns geht’s auch mal hoch her, allerdings, das ist in einer konvent. Familie ja nicht anders, nur nimmt man’s dann nicht so persönlich.

Das war jetzt das Wort zum Dienstag, sorry für die Länge,
vg
starlight

Hallo Sara-Mira,

ich finde es gut, dass du dir rechtzeitig über diese besondere Situation Gedanken machst und dass ihr versucht, das Kind einzubinden. Wenn ihr ihr genug anderes “Besonderes” bietet (was ihr ja macht), wird sie sich wohl nicht so in den Vordergrund drängen. Natürlich kenne ich die Kleine nicht, aber ich denke, jedes Kind ist von so einem Fest beeindruckt und freut sich, wenn es kleinere Aufgaben übernehmen kann. So ist sie ja auch wichtig. Außerdem habt ihr noch andere Kinder eingeladen. Und wenn sich dann noch die Großeltern und Onkel und Tante um sie kümmern, ist das auch nicht alltäglich.
Ich denke, du kannst da ganz beruhigt sein. Ihr habt alles getan, um sie nicht zurückzusetzen und sie wird an dem Tag so beschäftigt sein, dass sie vielleicht gar nicht so viel Zeit mit euch verbringen will. Toll finde ich es, dass sie lieber bei den Kindern sitzen mag.
Falls Töchterchen sich doch so aufführen sollte, wie es traulsi beschrieben hat, könnte ja Oma, Opa, Onkel oder Tante sie ablenken. Das könnt ihr ja vorher mit ihnen absprechen.

Ich habe keine Erfahrung, wie es ist, wenn Papa eine andere Frau heiratet. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass diese Situation für sie ein Stück Normalität ist. Sie ist erst sechs, also vermute ich, sie wird gar nicht so richtig mitbekommen haben, dass ihre Eltern zusammen gelebt haben. Ich denke, mit sechs Jahren ist man da entspannter, als wenn man 13 ist und der Vater dann beschließt, eine andere als Mama zu heiraten. Da habe ich allerdings echt keine Erfahrung, das sind nur meine Gedanken als Laie.

LG
Verena

@starlight: Ja, diese Probleme gibt es wohl überall und es tut gut, das zu hören. Lösen kann man alles und ich bin auch der Meinung, dass man von den Kindern ein angemessenes Verhalten erwarten kann. Mein Freund macht das auch richtig toll. Er lässt sie absolut nicht immer die erste Geige spielen. Das Ganze ist auch für ihn nicht immer einfach.

Hofiert wird sie nicht und sie hört auch auf mich. Aber selbst wenn sie nur traurig ist, würde das sicher die Stimmung meines Freundes trüben. Naja.

Danke für den Link, ich werde mal reinschauen. Sie lebt bei ihrer Mutter in einer stabilen und liebevollen Umgebung und verbringt auch einiges an Zeit mit ihrem Vater. Das macht die Sache einfacher.

@Verena: Danke für deine Gedanken, so in etwa hatte ich es mir auch gedacht. Es bleibt halt ein wenig Angst, dass etwas Unvorhergesehenes unsere Hochzeit trüben könnte. So in der Art wie traulsi es beschreibt. Der Gedanke daran hat mir schon die eine oder andere schlaflose Nacht beschert…

Naja, sie sieht ja bei Freunden so manch “heile Familie” mit Vater-Muter-Kind und sieht, dass es bei ihr anders ist. Ob man mit 6 die Tragweite einer Hochzeit begreift, weiß ich nicht. Ein wenig schon, denke ich. Denn Freude auf das Fest mischt sich mit Torpedierungsversuchen. Wohl auch normal, aber daher kommt auch meine Angst…

— Begin quote from "sara-mira"

Es bleibt halt ein wenig Angst, dass etwas Unvorhergesehenes unsere Hochzeit trüben könnte. So in der Art wie traulsi es beschreibt. Der Gedanke daran hat mir schon die eine oder andere schlaflose Nacht beschert…

Naja, sie sieht ja bei Freunden so manch “heile Familie” mit Vater-Muter-Kind und sieht, dass es bei ihr anders ist. Ob man mit 6 die Tragweite einer Hochzeit begreift, weiß ich nicht. Ein wenig schon, denke ich. Denn Freude auf das Fest mischt sich mit Torpedierungsversuchen. Wohl auch normal, aber daher kommt auch meine Angst…

— End quote

Ohje, das Thema beschäftigt dich ja ganz schön! Würde mich sicher auch so mitnehmen. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Wenn das Mädchen deine Angst spürt, weil du dich beim Thema Hochzeit anders verhältst als gewöhnlich (weil ihr eventuelles Verhalten an der Hochzeit dich ständig beschäftigt), dann schürt das vielleicht ihre Ängste, dass irgendwas anders wird. Wieviel redet ihr denn mit ihr über die Hochzeit? Und wie oft? Immer, wenn sie bei euch ist?
Ich kann dir aber auch nicht sagen, “werd’ einfach locker”, weil dich genau die selben Sorgen wie du hätte.
Versucht sie denn, die Hochzeit zu boykottieren? Wenn ja, dann sicher nicht ernsthaft, oder? Und wie steht ihre Mutter dazu? Unterstützt sie eure Hochzeit?
Auf jeden Fall sieht die Tochter, dass eine Hochzeit was ganz Besonderes ist. Ihr investiert viel Zeit in die Vorbereitungen, das macht man nicht, wenn etwas nicht wichtig ist (und die Planungszeit muss einer Sechsjährigen doch eeeeewig vorkommen!). Aber eigentlich ändert sich doch nicht viel. Das wird sie bestimmt noch erkennen.

Und jetzt kommt er doch, der Tipp: Versucht, euch alle zu entspannen. Vielleicht mit einem Tag, an dem gar nicht über die Hochzeit geredet wird, außer, die Kleine will es?

Das wird schon! Ich wünsche dir geruhsame Nächte!
Verena

@Verena: Ja, vielleicht ist das echt so. Allerdings versuche ich, darüber so normal wie möglich mit ihr zu reden und als ich ihr z.B. gesagt habe, dass ich es schön finde, dass sie Blumenkind ist, ist sie mir strahlend um den Hals gefallen. Also Vorfreude und Akzeptanz ist schon da… einerseits. Andererseits… naja, Boykott ist es nicht. Eher ein madig-machen, selten, aber in letzter Zeit öfters. So in der Art, dass sie zu ihrem Papa sagt (was ich dann leider auch höre, so laut ist es dann doch :wink: ), “ich freue mich ja auf die Hochzeit und mag die Sara, aber lieber hätte ich, dass du die Mama heiratest” und dann ein paar Tränchen rausdrückt. Man merkt natürlich, dass sie provozieren will, aber so ganz spurlos geht das an meinem Freund auch nicht vorüber.

Eigentlich redet sie die ganze Zeit von sich aus über die Hochzeit, wir sprechen es gar nicht so oft von uns aus an. Sie sagt dann, welches Kleid sie tragen wird, welche Schuhe (jaja, so früh fängt’s an) etc., aber eben alles aus ihrer Sicht. Daher denke ich, hat sie es bisher als Art Event gesehen, aber nicht so ganz begriffen, worum es wirklich geht. Das kommt jetzt wohl nach und nach und bringt sie in einen Zwiespalt. Was sich für sie ändert, ist halt, dass sie langsam begreift, dass damit die Tür zu einem Revival von Mama und Papa endgültig zu ist. Also muss Kind da gegensteuern, bewusst oder unbewusst.

Aber sie ist ein kluges Mädchen und ich denke, sie kriegt das hin. Dass sich das mit dem immer-im-Mittelpunkt-stehen-wollen mischt, macht mir eher Sorgen. Aber im Grund muss das eh mein Freund mit ihr lösen und da habe ich großes Vertrauen in ihn. Er lässt sich jedenfalls auch sonst nicht auf der Nase rumtanzen von ihr.

Die Mutter… ich weiß nicht. Ich glaube, sie redet mit der Mutter gar nicht drüber. Dass die Mutter was dagegen sagt, denke ich nicht. Eher ist es ihr egal. Gezielt unterstützen tut sie es wohl nicht. Aber sie ist eigentlich ganz vernünftig und auch selbst vergeben.

Mit dem Entspannen hast du vollkommen Recht. Aber da sitzt halt immer das Teufelchen, das flüstert “denk drüber nach, mach dir Sorgen, …” Wenn man das mal abschalten könnte.

So, jetzt habe ich einen Roman geschrieben, sorry. Tut aber gut, das mal auszusprechen… Dankeschön!

Hallo Sara-Mira,

ich glaub, ich habs schon tausendmal erzählt, aber ich bin ein “betroffenes Scheidungskind” dessen Vater nochmal groß kirchlich geheiratet hat. Das war für mich und meine Geschwister eigentlich kein großes Problem. Wir waren auch nicht in die Trauung oder die Feier eingebunden. Was aber ein großes Problem war und mir immer noch (16 Jahre und eine weitere Scheidung später) bitter aufstösst, ist die Tatsache, dass damals der Sohn aus erster Ehe der Frau meines Vaters völlig eingebunden war. Und sogar während der Trauung nach vorne gerufen wurde und vom Pastor immer extra betont wurde, während wir hinten rüber gefallen sind.
Na gut, aber das wird bei dir ja nicht passieren. Ich denk, rede halt mit ihr, guck wie weit sie sich einbringen mag und erklär vielleicht vorher mal, dass ihr Ansprechpartner an dem Tag eher die Oma ist nicht der Papa.

Liebe Grüße, Marei

Hi sara,

also da gebe ich dann doch noch mal meinen Senf dazu:
Mein Sohn ist 9 Jahre alt, freut sich an sich auch auf seine Aufgabe und die tolle Feier und trotzdem kommt dann mal eine Äusserung wie: najaa… ich finde den H. ja nett und so, aber eigentlich könntest du ja auch den Papa wieder heiraten…
Unterscheidet sich nicht soviel von deinen Erlebnissen, oder? Und da wir ja zusammenleben, bekommt das mein Freund fast immer mit. Freuen tut er sich sicher nicht, aber verstehen kann man’s ja auch. Kinder sind kein Freund von Veränderungen, denke ich, und eher konventionell eingstellt, ausser sie bekommen von den Eltern was anderes indoktriniert. Und wenn sie wie bei meiner ersten Ehe praktisch nie Streitereien mitbekommen haben, verstehen sie natürlich auch nicht so ganz, wieso man sich dann trennt. Meine Tochter mit mittlerweile 13 Jahren (die Trennung war vor 5J.) hat sich längst damit abgefunden, bedauert es vielleicht irgendwo auch noch, ist aber schon viel mehr mit sich selbst und ihren Freundinnen beschäftigt, und viel verständiger. Ich denke, wenn die Erwachsenen sich Zeit lassen, nichts erzwingen, und auch mal in das Kind hineinversetzen wenn es schwierig ist, mehr kann man nicht machen. Und, wer ist schon perfekt, jeder ist mal genervt, auch von seinen leibl. Kindern, das kann ich dir zufällig ganz genau sagen… :smile: (Und geht ihnen wohl umgekehrt nicht anders)

vg
starlight

@starlight, :astonished: genau diesen Spruch gab’s auch schon! Klar, ich kann es verstehen, bin ja auch Scheidungskind (allerdings war ich schon größer). Und da ich mich wegen vorhandenen guten Elternverhältnissen dem Kind gegenüber nie in eine Mutterrolle gedrängt habe, fühle ich mich durch solche Sprüche nicht wirklich zurückgewiesen. Verstehen tun wir uns ja ansonsten ziemlich gut. Lösen muss das Dilemma wie gesagt eh primär mein Freund und das kriegt er bisher gut hin. Das gilt, denke ich, auch für die Hochzeit. Darf ich fragen, ob der Vater im Leben deiner Kinder noch eine größere Rolle spielt?

@marei: Deine Sicht der Dinge ist natürlich auch interessant. Finde ich extrem daneben, was euer Vater da zugelassen hat. Das würde mich auch sehr treffen. Hat ihn das nicht auch gestört?

@alle: Werden bei euch vorhandene Kinder denn in die Worte des Pfarrers eingebunden? Ich dachte eigentlich nicht, dass man das macht, zumindest nicht in der von marei beschriebenen Form…

Echt ein tolles Gespräch hier. Das hilft mir sehr weiter.

@sara-mira Mein Vater ist leider nicht der Typ, der da was gegen sagen würde. Zu gute kann man ihm halt nur halten, dass das wohl von ihm in der Form nicht geplant war, sondern ne Eingebung von dem Pastor (zu dem ich seitdem eine innige Feindschaft führe). Aber sicher hätte man in der Situation (oder in einem Vorgespräch) drauf hinweisen können, dass es da noch 3 Kinder gibt, wenn sie auch woanders leben.

Naja, ich bin ja trotzdem groß geworden. :wink:

LG, Marei

— Begin quote from "sara-mira"

@
@alle: Werden bei euch vorhandene Kinder denn in die Worte des Pfarrers eingebunden? Ich dachte eigentlich nicht, dass man das macht, zumindest nicht in der von marei beschriebenen Form…

— End quote

Bei unserer Hochzeit hat der Pfarrer beim Trauringwecheln alle Kinder zu uns nach vorne gerufen, damit sie auch ja alles mitbekommen und alles aus nächster Nähe sehen können. Fand das sehr schön. Hatte aber den Eindruck, dass das eher eine spontane Aktion.

LG sonnigside

Marei: ich finde das auch sehr unglücklich gewählt von dem Pfarrer. Ob Gedankenlosigkeit oder was auch immer, da sieht man mal, wie sehr Kinder, bzw. auch Teenies so was in Erinnerung behalten.
Sara: ja, tut er. Die Kinder sind jede Woche zwei Tage bei ihm. Hat, ich sag’s mal ganz ehrlich, den Vorteil, dass wir auch mal Zeit allein verbringen können. Der Nachteil ist, dass dadurch auch einiges an Unruhe reinkommt, d.h., zumindest dem Kleinen fällt die Umstellung hinterher ab- und an schwer. Und mich nervt manchmal das viele Hin- und Her. Aber wer bin ich, den Kindern was zu nehmen, was sie offensichtlich brauchen und wollen. Sie hängen sehr an ihrem Vater und er an ihnen. Aber es ist schon so, man muss sich auch mal zurück nehmen können. Und es gibt auch mal Diskussionen, ganz klar.

vg
starlight

PS: wir heiraten nicht kirchlich, deshalb kann ich dir zum Pfarrer nichts sagen. Im Standesamt sind sie natürlich dabei und sitzen links und rechts von uns.

@ sonnigside
die geste finde ich allgemein ganz toll.
ich finde die kinder sollte man einbeziehn da sie dann auch abgelenkt sind und erst gar nicht auf die idee kommen bei einer langen zeremonie zu mosern 8)

Hallo Sara-Mira!

Irgendwie tut mir das Mädel auch ein bisschen Leid (ihr natürlich auch). Als Sechsjährige kann man noch nicht verstehen, dass Papa eine andere Frau heiraten will. Man wird ja so geprägt, dass Mama und Papa eine Einheit sind und eben miteinander verheiratet sind. Das sieht sie ja bei ihren Freunden. Aus ihrer Sicht ist es also völlig unlogisch, was ihr da treibt :wink: .
Nimm es als Kompliment, dass sie sagt, sie hat dich gern. Wenn sie motzt, ist das nicht unbedingt Provokation. Ihr tut nur etwas, dass sie nicht versteht und sie versucht, deutlich zu machen, dass es ihr anders lieber wäre. Ich glaube, das ist in dem Alter total natürlich. Wenn sie sagt, dass Papa Mama heiraten soll, meint sie das sicher nicht so verletzend, wie es im Moment bei euch ankommt. Sie denkt es halt und sagt es einfach. Nehmt es positiv. Sie hat nichts gegen dich und ich denke, sie hat auch nichts dagegen, dass du mit ihrem Vater zusammen bist, sonst wäre sie dir gegenüber viel abweisender.

Ich schätze mal, das ist ihre erste Hochzeit, oder? Oh Mann, und dann auch noch als Kind vom Bräutigam! Das ist soooo aufregend! Schön, dass sie sich mit Kleid, Schuhen etc. beschäftigt. Sie freut sich also richtig drauf. Und in jedem Mädchen steckt eine kleine Prinzessin, die am liebsten mal so richtig im Mittelpunkt stehen will. Und dann bekommt man für den Anlass auch noch ein neues Kleid, Schuhe, sonstwas und darf Blumen streuen! Da steht man doch so richtig im Mittelpunkt!
Und als Sechsjährige kann man es doch noch nicht so verstehen, warum man so toll ausstaffiert wird, um dann irgendwo im Hintergrund zu stehen. Sie wird sich nicht aufführen wie die Prinzessin auf der Erbse und sie wird euch nicht die Feier kaputt machen. Sie wird am Kindertisch Prinzessin sein (und bei den Verwandten), aber euch als Brautpaar wird sie sicher nicht den Rang ablaufen und sie wird es auch sicher nicht vorhaben. Ganz sicher. Bleibt cool und sag deinem Teufelchen, dass es auch mal die Füße stillhalten soll. Das wird schon.

@marei: Gut, dass du den Ärger auf den Pfarrer überträgst! Dein Vater hat es sicher nicht böse gemeint. Vielleicht hat er ja in dem Vorgespräch von euch erzählt, aber der Pfarrer hat es vergessen? Seelsorger sind doch manches Mal ziemlich vergesslich und auch unsensibel.

Sorry für den langen Text.
LG
Verena

hallo sara,

also ich war auch bereits auf einer 2. Hochzeit mit Kind aus erster Ehe eingeladen.

Die Tochter (von ihr) war passend zum Hochzeitspaar angezogen und wurde in die Trauung mit einbezogen, sie durfte die Ringe bringen war sehr nett und sie war sehr stolz. Sie ist auch Einzelkind und eher verwöhnt, aberder Tag lief eigentlich reibungslos ab, glaub sie war damals 8 und sie hat sich überwiegend mit den anderen Kindern beschäftigt. Sie hat zuvor immer gesagt “wir” heiraten bald, allerdings lebt sie auch dort und von daher ist es vielleicht etwas anders.

Aber ich denke wenn sie so tolle Aufgaben bekommt wie Blumenstreuen usw. fühlt sie sich ja auch besonders auch wenn sie nicht imMittelpunkt steht.

Ich denke wenn ihr so gut mit ihr zurecht kommt, klappt das bestimmt und es wird ein schönes Fest. Aber es ist sicher auch wichtig sich diese Gedanken zu machen!

lg