Lied für Auszug aus Kirche

Hm, eine Frage stellt sich mir dann aber doch noch…Heiratet Ihr kirchlich wegen der Show oder weil Ihr schon immer davon geträumt habt oder weil sich das gehört? Oder heiratet Ihr kirchlich, weil Ihr gläubig seid? In dem Fall fände ich es schon merkwürdig, so gar keine Kirchenmusik dabeizuhaben…

Hallo Mausekatze,

ja, das mag sich der ein oder andere fragen.

Für meinen Schatz und mich hat Musik und vor allem die Texte eine ganz besondere Bedeutung. (habe in diese Richtung studiert), losgelöst vom Glauben und Kirche. Für mich hat die Entscheidung für oder gegen tradionelle Kirchengesänge auch auch keinerlei Aussage darüber, ob und wie gläubig man ist. Wichtig ist die innere Einstellung zum Glauben und der Kirche, die man für sich selber hat. Und - einen Weltoffenen Pastor und/oder Gemeinde zu haben ist in diesem Fall großartig.

Aber - lasst uns nicht über Glauben diskutieren - das ist ein zu komplexes Thema. Jeder sollte für sich persönlich entscheiden wie er glaubt oder auch nicht. Denke nur, mann kann es nicht unbedingt an solchen Dingen ‘messen’.

Also - um es abzuschließen, wir lassen uns den kirchlichen Segen geben, weil wir (insbesondere ich) an den Glauben glaube.

Liebe Grüße,
Sandy

:open_mouth:

Frage mich gerade warum mein Ticker anzeigt, dass ich in 2 Monaten und 25 Tagen heirate???

Ist doch nächste Woche!!! :question: :question:

Ich sehe das ein bißchen anders. Sicher kann man die Tiefe des Glaubens nicht an der Musikwahl messen. Aber zumindest die Gemeindelieder sind integraler Bestandteil eines Gottesdienstes - jedenfalls ist das in der evangelischen Kirche so. Wenn man die wegläßt, ist es quasi kein vollständiger Gottesdienst mehr. Das ist jedenfalls die Argumentation unseres Pfarrers gewesen, und ich folge ihm da voll und ganz. Die Musik “drumherum” steht natürlich nochmal auf einem anderen Blatt.

Was aber nichts daran ändert, daß das jeder für sich entscheidet. Ich finde es nur interessant zu sehen, daß so viele junge Menschen Wert darauf legen, traditionell in der Kirche zu heiraten, viele Bräute gar am Arm ihres Vaters in die Kirche einziehen wollen, aber traditionelle Kirchenmusik irgendwie aus der Mode scheint. Als jemand, der selbst Kirchenmusik macht, muß ich das schade finden. :wink:

Wir haben Adiemus von Adiemus… so richtig schön laut von der Orgel gespielt. :smiley:

Hallo zusammen!
Ich kenne aus meiner Kirchengemeinde und Jugendarbeit fast nur zeitgemäße Gottesdienste. Wir hatten immer eine Band (Schlagzeug, Trompete, Sänger, Keyboard, Gitarre,…) oder auch einen Chor - wohlbemerkt in einer katholischen Kirche und auch moderne Pfarrer, die auch stets die Jugendarbeit und die Bindung der Jugendlichen an die Kirche als sehr wichtig empfunden haben. Ich finden klassische Lieder machen einen Gottesdienst nicht aus, wichtig ist, dass die Musik passt und der Traugottesdienst dem Paar “etwas mit auf den Weg” gibt, bzw. wir uns damit identifiezieren können. Die Kirche lebt mit den Generationen, für “staubige” Gottesdienste hat man genug Alternativen. Auch die Kirche ist im Wandel.
Unsere Hochzeit ist doch etwas besonderes, wir erbitten uns Gottes Segen für den gemeinsamen Lebensweg und **FEIERN ** (i.S. von festlich, feierlich - natürlich nicht Party) deshalb gemeinsam einen Gottesdienst - eine klassische oder zeitgemäße Lesung, moderne oder klassische Lieder, ein kirchlicher oder weltlicher Trauspruch - das sollte jeder selbst für sich entscheiden dürfen - es spiegelt aber nicht nicht die Tiefe des Glaubens wider! Wenn ein Pfarrer dabei ist , ist es doch auch ein Gottesdienst, ob mit Gemeindelied oder nicht. Auch Kirchenmusik lebt und verändert sich,…
Wir werden ökumenisch heiraten in einer katholischen Kirche und versuchen die Musikstücke zu wählen, die zu uns passen, z.B. Lieder aus dem evang. und kath. Gesangsbuch sowie moderne Lieder.

Hier noch ein paar moderne Beispiele zum Auszug:
John Lennon “Grow old along with me”
The Beatles “All you need is love”
Whitney Houston “One moment in time”
Gospel “I Will Follow Him”
oder eben klassisch:
G.F. Telemann: Toccata in F
J.S. Bach: Präludium F-Dur
G.F. Händel: Largo aus der Oper ‘Xerxes’

LG Alina

@Alina: daß das mit der Tiefe des Glaubens nichts zu tun hat, hatte ich bereits zugestanden.

Und ob Mendelssohns Vertonung des 23. Psalms “staubig” ist, ist eben Ansichtssache…das ist Musik, die ich mir auch zu Hause auf CD oder im Konzert anhöre - und dafür bezahle ich dann sogar teuer Eintritt.

Ich bin übrigens keine 86 Jahre alt, sondern 36. Und ich höre zu Hause auch nicht ausschließlich Mendelssohn und Bach. Nicht daß hier ein falscher Eindruck entsteht. 8)

Stehe ich denn wirklich total alleine da mit meiner Einstellung? :open_mouth:

Also wenn ich gewusst hätte, was ich hier für eine Diskussion auslöse… :open_mouth:

Wollte doch nur wissen, welche Lieder ihr ausgesucht habt.

Jeder sollte für sich entscheiden, wie er den Gottesdienst gestaltet.

Hallo!

Wir haben als Auszug das “Preislied” von Walter aus den “Meistersingern von Nürnberg”, gespielt von einem Streichquartett. Die Streicher begleiten mich und meinen Vater auch während des Einzugs zum “Canon in D-Dur” zu Pachelbel und waren mein großer Wunsch.

Daneben haben wir noch einen Pianisten mit Sänger und Sängerin, die für uns “Sag es laut” von Xavier Naidoo, “Can’t help falling in love” von Elvis. “Ich fühl wie Du”, Peter Maffay und “Perhaps love” von John Denver spielen/ singen.

Als einziges Gemeindelied haben wir die “Irischen Segenswünsche” (Möge die Straße…)

Es gibt wunderschöne Kirchenlieder, leider sind sehr viele unbekannt und ich persönlich finde die drei “Hochzeitsklassiker” Danke- Großer Gott wir loben Dich- und Lobe den Herren leider total ausgelutscht…

Dass der persönliche Glauben nichts mit der Kirche an sich zu tun hat, ist klar…wir feiern übrigens einen ökumenischen Gottesdienst in einer evang. Kapelle, aber mir war es z.Bsp. sehr wichtig, dass meine Ehe auch von der kath. Kirche anerkannt wird, aber ich schweife aus, sorry… :blush:

Musik ist absolute Geschmackssache und wohl mit das Persönlichste am Traugottesdienst, denn sie lebt die Emotionen des Brautpaares an diesem Tag und das ist das Wichtigtse…

LG

jenny

@Mausekatze: Vielleicht bist Du ja auch nur eine der wenigen, die sich gut mit Kirchenmusik auskennst, weil Du ja selbser im Chor singst und Dir deshalb die Auswahl in der Hinsicht auch leichter fällt. Bitte nicht falsch verstehen mit “staubig” - ich mag eben nur wenig klassische Musik…Meine Hochachtung für alle die Ahnung davon haben und selber Musik machen. Das Ave Maria z.B. ist ja auch ein Klassiker und bei mir immer mit Gänsehautfaktor - das Stück mag ich z.B. sehr! Vielleicht ist es bei mir eben auch Unkenntnis der älteren Kirchenlieder und dafür mehr die Kenntnis von den weltlichen Stücken, wahrscheinlich deshalb klare Präferenz (Was der Bauer nicht kennt… :laughing: ). Und 36 ist ja gar nicht sooo alt :wink: :smile: :smile: :smile:

@Julibraut07: ich find die Diskussion spannend! Ist doch interessant die vielen unterschiedlichen Meinungen.

LG Alina

@julibraut: Genau. Und daß jeder das machen soll, was er will, bestreitet ja hier auch niemand. Ich finde die Diskussion sehr spannend - weil es mich einfach interessiert, wie solche Entscheidungen zustande kommen. Außerdem habe ich meinen Beitrag geleistet, indem ich unsere komplette Musikwahl aufgelistet habe. :stuck_out_tongue:

@Alina: Wahrscheinlich hast Du recht, was man nicht kennt, kann man sich auch schlecht aussuchen. Und natürlich habe ich mit meinem Organisten, der auch mein Chorleiter ist, ganz anders umgehen können, als mit einem wildfremden Menschen, der einfach nur seinen Job macht…wir haben uns halt mal gemeinsam hingesetzt und er hat ein paar Sachen angespielt, die ihm so eingefallen sind. Die Toccata von Widor ist z.B. total genial, die kannte ich vorher auch nicht. Hat aber vielleicht auch nicht jeder Organist unbedingt im Repertoire…

@sugar: Daß die drei Lieder (von denen wir zwei hatten) Hochzeitsklassiker sind, wußte ich gar nicht…auf den Hochzeiten, auf denen ich bisher war, wurde immer viel Neues Kirchenlied gesungen. Uns war es wichtig, daß die Leute auch mitsingen - deshalb haben wir Lieder genommen, die möglichst viele kennen. Es gibt ganz tolle Lieder, die aber eher unbekannt sind - bringt aber ja nicht viel, wenn dann keiner mitsingen kann.
Für mich sind Ave Maria und Hochzeitsmarsch so ausgelutschte Hochzeitsklassiker. 8) Aber wer schon immer davon geträumt hat, zum Hochzeitsmarsch ein- oder auszuziehen, soll das um Himmels Willen auch machen…(nicht, daß sich jetzt alle angegriffen fühlen, die eine Sängerin für das Ave Maria gebucht haben 8) ).
Den Pachelbel-Kanon liebe ich sehr, wir haben ihn auf der Orgel ausprobiert, klingt aber irgendwie komisch. Dafür braucht man dann doch unbedingt Streicher, und wir hatten ja schon den Chor…Das wird bestimmt traumhaft bei Euch. seufz

@mausekatze: Da hatte ich doch glatt den Hochzeitsmarsch vergessen… 8)

Hallo zusammen,

eine hochinteressante Diskussion! Aber zunächst einmal eine praktische Überlegung: Sollte man sich bei seiner Liedauswahl nicht auch ein wenig nach dem Repertoire des Interpreten (Organist, Solist) richten? Deren Repertoire dürfte überwiegend klassisch sein. Kann mir weder vorstellen, dass der Organist “Das Beste” von Silbermond auf der Orgel spielen wird, noch dass es ein klassischer Sänger singen würde. Beliebte Auszugslieder sind z.B. “Freude schöner Götterfunken” (Ode to Joy), “Oh happy Day” (wobei das für meinen Geschmack sehr abgelutscht ist) und das “Halleluja” aus dem Messias von Händel.

Unsere freie Zeremonie (Gospelgottesdienst) wird von einem Gospelchor musikalisch begleitet. Bei unserer Liedauswahl mussten wir uns nach deren Repertoire richten. Da dieses jedoch ziemlich groß ist, hatten wir keine Probleme, passende Stücke zu unserer Zeremonie zu finden. :wink:

Unsere Lieder:
Jesu, Joy of Man’s Desiring, Instrumental-Vorspiel
Pomp and Circumstance, Instrumental-Vorspiel zum Einzug des Bräutigams und der Mütter
Adiemus (vom Chor gesungen) zum Einzug der Brautprozession
Gospel: “Put your hand in the hand”
Gospel “In the Presence of the Lord”
Gemeinsames Lied: “Herz und Herz vereint zusammen” - 5 Strophen - aus dem evangelischen Kirchengesangbuch (mit Unterstützung durch den Chor)
Gospel: “May the Lord send Angels”
Gospel: “This little light”
Gospel “It’s me, oh Lord!”
Schlusslied vom Chor: “Halleluja” von Händel
Auszugslied: “Ode to Joy” (Instrumental)

Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen kann ich mit Popsongs in der Kirche auch wenig anfangen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil diese Songs in der Kirche nicht unbedingt gut klingen. In der sakralen Umgebung klingen klassische Stücke oder Kirchenlieder besser und ich finde sie auch passender. eder wurden ja nicht umsonst für die Kirche komponiert. :laughing:

Liebe Grüße von Eva