Nicht biblische Texte für die kirchliche Trauung

Hallo Ihr Lieben,

ich bin auf der Suche nach nicht biblischen Texten für unsere kirchliche Trauung. Die Texte aus “Der kleine Prinz”, “Der Prophet” oder “Die Spuren im Sand” sind mir schon zu sehr bekannt.

Vielen Dank für Eure Hilfe

Eure Hochzeitsfee

Hallo,

wie wäre es mit dem hier? Den hat meine Cousine für uns in der Kirche vorgelesen.

Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort.

Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel.

Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: “Reichtum, kannst du mich mitnehmen?”
“Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.”

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. “Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?”
“Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen”, antwortete der Stolz, “hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.”

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: “Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.”
“Oh Liebe”, sagte die Traurigkeit, “ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.”
Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: “Komm Liebe, ich nehme dich mit.”
Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.
Später fragte die Liebe das Wissen: “Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?”
“Ja sicher”, antwortete das Wissen, “das war die Zeit.”
“Die Zeit?” fragte die Liebe erstaunt, “Warum hat mir die Zeit denn geholfen?”

Und das Wissen antwortete: “Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.”

LG, Yvi

Wir hatten den Gärtner und der Rosenstock:

Der Gärtner und der Rosenstock

Es war einmal ein Gärtner. Der konnte sich nicht entscheiden, ob er die Frau, die erliebte, nun heiraten sollte oder nicht. Eigentlich sprach nichts dagegen. Er fühlte sich in ihrer Nähe wohl, konnte mit ihr sowohl ernsthafte Gespräche führen als auch lachen, war für gemeinsame Kinder offen und wollte mit ihr zusammen alt werden. Aber natürlich beinhaltete ein lebenslanges Ja auch gewisse Risiken. Jeder kam aus einem anderen Elternhaus und würde manches in die Ehe einbringen, das zu einem Streit führen konnte. Auch änderten sich viele Menschen im Laufe der Zeit. Was wäre, wenn sie sich auseinander lebten? Würde ihre Liebe diesen Belastungsproben standhalten können? Grübelnd stand der junge Gärtner beim Rosenbeet und kam zu keiner befriedigenden Antwort.
Da näherte sich ein alter Mann, der für seine Frau einen Rosenstock kaufen wollte. Der Gärtner wusste, dass dieser Mann seit vielen Jahren glücklich verheiratet war. Also bat er ihn um Rat. Doch der alte Mann war so mit dem Aussuchen des Rosenstocks beschäftigt, dass es so wirkte, als habe er die Frage überhört. Er betrachtete jede Pflanze, roch an den Rosenblüten, begutachtete die Stacheln, zählte sogar die vorhandenen Knospen und blieb schließlich vor einem Rosenstock mit unzähligen dunkelroten Blüten stehen. Der Gärtner beglückwünschte den alten Mann: “Sie haben eine gute Wahl getroffen. Dieser Rosenstock ist wirklich etwas ganz Besonderes”. Der alte Mann blieb jedoch unsicher und entgegnete: "Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihn wirklich nehmen soll. Oberflächlich betrachtet ist diese Pflanze makellos. Aber wer weiß, was sie für Wurzeln hat. “Schauen Sie die kräftigen Blüten und die dicken Blätter an” sagte der Gärtner. “Der Rosenstock muss einen gesunden Wurzelstock haben, sonst wäre er nicht gewachsen.” “Ja, das mag stimmen”, meinte der alte Mann. “Aber wer garantiert mir, dass der Rosenstock im nächsten Jahr auch so wunderbar wächst und blüht?” “Im Moment deutet alles darauf hin”, erwiderte der Gärtner. “Aber das weitere Wohlergehen des Rosenstocks hängt natürlich auch von Ihnen ab.” Da lächelte der alte Mann und sagte: “Ebenso verhält es sich auch mit dem Partner, den man heiraten möchte.” Er bezahlte den Rosenstock und ließ einen nachdenklichen Gärtner zurück, der schon bald eine wichtige Entscheidung fällen sollte.

Und in Kombination mit unserer Hochzeitskerze:

Lasst mich brennen

Die Ehekerze spricht:
Mein Licht soll dabei sein, bei eurer Ehe.
Mehr als ein Geschenk bin ich ein stiller Zeuge im Hause eurer Liebe.

Wenn die Sonne scheint, brauche ich nicht zu brennen,
aber wenn es dunkel wird:
wenn Sturm aufkommt, dann zünde mich an.
Wenn der erste Streit ausbricht,
wenn dich insgeheim ein Kummer quält,
dann zünde mich an.
Wenn der erste Schritt zu tun ist
und du weißt nicht wie,
wenn du die Aussprache suchst,
aber keine Worte findest,
wenn du umarmen möchtest und deine Arme sind wie gelähmt,
dann zünde mich an.

Mein Licht ist ein Zeichen im Hause, hell und klar.
Es spricht eine leichte Sprache, die der andere gleich versteht.
Lasst mich brennen, wann und wie lange es sein muss.
Bis ihr beide gemeinsam, Wange an Wange,
mein Licht ausblasen könnt. Dann sage ich dankbar: Bis zum nächsten Mal.

LG Alina

Ich finde hier eine schöne Idee nach der anderen, wie man den kirchlichen Trauung gestalten könnte. Allerdings bin ich gerade nen bisschen überfordert, wo das alles eingebaut werden kann.

Wir haben bisher eine Lesung aus dem Neuen Testament und ein Evangelium muss man glaub bei einer katholischen Trauung wählen.

Dann hätten wir noch gerne die Hochzeitskerze drin.

Ja und dann hätte ich noch gerne was “nicht” biblisches…

Wie macht ihr dass denn so?

@rena79: also bei der katholischen Trauung musst du auf jeden Fall eine Lesung aus dem alten oder neuen Testament haben. Da gibt es aber auch schon ziemlich kurze und auch wunderschöne. Dann kannst du aber zusätzlich noch eine zweite, nichtbiblische Lesung auswählen. Beide Lesungen könntest du ja dann mit nem Lied voneinander trennen.

Das Evangelium kannst, musst du aber nicht selbst auswählen. Das kannst du auch dem Pfarrer überlassen, der Predigt ja dann auch meist zu dem Thema des Evangeliums. Aber auch hier gibts schöne Texte die du dir aussuchen kannst.

Den Text der Hochzeitskerze haben wir auch. Der wird bei uns direkt nach der Trauung gelesen und danach gibts dann erst das romantische Trauungslied.

Liebe Grüße
Natalie

Habe noch folgende Texte gefunden:

[size=150]DER ORT, WO DER HIMMEL DIE ERDE KÜSST [/size]
Eine alte Legende erzählt, dass es zwei Menschen gab, die überaus glücklich miteinander lebten. Sie waren zufrieden mit dem, was sie hatten und miteinander teilten. Ihre Liebe wuchs durch die Jahre ihres Zusammenlebens.
Niemand konnte diese Liebe zerstören.
Eines Tages lasen sie in einem alten Buch, dass es da irgendwo in weiter Ferne, vielleicht am Ende der Welt, einen Ort gäbe, wo unermessliches Glück herrschte. Ein Ort sollte dies sein, so sagte das alte Buch, an dem der Himmel die Erde küsst. Die beiden beschlossen, diesen Ort zu suchen. Der Weg war lang und voller Entbehrungen. Bald wussten sie nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren; doch aufgeben wollten sie nicht. Fast am Ende ihrer Kraft, erreichten sie eine Tür, wie sie im Buch beschrieben war. Hinter dieser Tür sollte er sich befinden: das große Glück, das Ziel ihres Hoffens und Suchens. Welch eine Spannung war in ihnen. Wie sollte er aussehen, der Ort, an dem der Himmel die Erde küsst, der Ort, an dem ein solches Glück herrscht?
Sie klopften an, die Tür öffnete sich. Sie fassten sich an der Hand und traten ein. Da standen sie nun - wieder mitten in ihrer Wohnung. Am Ende dieses langen Weges waren sie wieder bei sich zu Hause angekommen. Und sie verstanden: Der Ort, wo der Himmel die Erde küsst, ist dort, wo die Menschen sich küssen. Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt ist der Ort, wo Menschen sich berühren. Der Ort, wo der Himmel sich öffnet, ist der Ort, wo Menschen sich füreinander öffnen. Der Ort des großen Glücks ist der Ort, wo Menschen sich glücklich machen.

oder:
[size=150]“Ja sagen zueinander” von Adalbert Ludwig Balling[/size]
Wenn zwei Menschen ja sagen zueinander
heißt das - sie wollen die Liebe wagen.
Wenn zwei Menschen ja sagen zueinander
Erklären sie sich bereit, einander anzunehmen mit Vor-
und Nachteilen, Sonnen- und Schattenseiten.
Wenn zwei Menschen ja sagen zueinander
Und dies ein Leben lang zu sagen bereit sind,
Geben sie einander einen großen Vorschuss an Vertrauen;
Sie trauen sich, einander zu trauen.
Sie vertrauen einander.
Wenn zwei Menschen ja sagen zueinander
Brauchen sie das Wohlwollen und die guten Wünsche ihrer Mitmenschen.
Wenn zwei Menschen ja sagen zueinander
Und bereit sind, es auch nach 25 und 50 Jahren zu wiederholen,
Erfordert dies Hingabe und Großmut und die stete Bereitschaft,
Zu vergeben und immer wieder zu verzeihen.
Wenn zwei Menschen ja sagen zueinander
Bedürfen die nichts nötiger als den Segen dessen, der uns alle schuf.
Auf diesen Segen, auf diese Gnade kommt es vor allem an.

Das sind ja alles total schöne Sachen!!!

Hallo,

ich bin von den Texten sehr begeistert. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Eure
Hochzeitsfee

Verrätst du uns dann auch für welche du dich entscheidest? :laughing: :wink:

Wir haben folgenden Text, der auch zugleich die Haupt-Deko-Idee liefert, nämllich Kugeln :wink: :

Zwei Kugelhälften
Als das Leben am Anfang stand, fielen unzählige Kugeln auf die Erde. Bei ihrem Aufprall zersprangen sie in zwei Hälften. Uneben und frei auseinander geteilt symbolisieren sie die unterschiedlichen Charaktere zweier Menschen. Doch jede dieser auch noch so verschiedenen Halbkugeln ist für ein Gegenstück bestimmt, so wie auch zwei Menschen füreinander bestimmt sind.

Wir alle sind auf der Suche nach unserer anderen Hälfte, eben nach der anderen halben Kugel. Wenn ihr glaubt, ihr habt Eure andere Hälfte gefunden, dann werdet ihr feststellen, dass die beiden halben Kugeln oft nur an einer einzigen kleinen Stelle passen, was Ihr durch sorgfältiges Drehen und Probieren herausfinden könnt. Es ist ganz natürlich, dass es am Anfang hakt und hängen bleibt. Aber genau das macht Sinn - denn: nicht alles kann von vornherein passen und übereinstimmen.

Nun müssen beide an ihrer halben Kugel arbeiten, schleifen und feilen. Nur langsam und in kleinen Schritten ebnet sich dieser kantige Bruch durch das Geben und Nehmen in der Liebe. Nach einiger Zeit, wenn sich beide Hälften abgeschliffen haben, lassen sie sich fast reibungslos zu einer Kugel formen. Aber eben nur fast, genau passen - wie am Anfang unserer Zeit - darf es nie, sonst verliert man seine Persönlichkeit und das was den Menschen an Eurer Seite ausmacht. Jedoch eines vergesst nie: Ihr sollt nicht an der anderen, sondern stets an der eigenen Hälfte feilen."

Das ist so schon Martina :smiley:

Ja, gell, bin auch immer wieder happy, wenn ich es lese :laughing: :laughing: :laughing: Vor allem passt es auch sehr gut zu unserer Kennenlernstory… haben nämlich ein bisschen gebraucht, bis die groben Kanten und Ecken abgewetzt waren und aus uns ein Paar wurde…

@ dieMartina
Ein wunderschöner Text :stuck_out_tongue:

:smiley: :smiley: :smiley:

Das sind alles so schöne Texte! :smiley: Wir konnten uns auch nur schwer entscheiden. Es wird ein Wortgottesdienst, katholisch. Ohne Evangelium, mit einer Lesung, und die muß dann biblisch sein. Allerdings wird bei uns auch “Die Hochzeitskerze spricht” vorgelesen, schon vor der eigentlichen Trauung, sodass sie dann auch die ganze Zeit schon auf dem Altar brennen kann :smiley: :smiley: Außerdem der Segenswunsch:

Segenswunsch
Ich wünsche Euch nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche Euch nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche Euch Zeit, Euch zu freun und zu lachen,
und wenn Ihr sie nutzt, könnt Ihr etwas draus machen.

Ich wünsche Euch Zeit für das Tun und Denken,
nicht nur für Euch selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Euch Zeit, - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche Euch Zeit – nicht nur so zum Vertreiben,
ich wünsche, sie möge Euch übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

Ich wünsche Euch Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche Euch Zeit, neu zu hoffen, z lieben.
Es hat keinen Sinn diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Euch Zeit, zu Euch selbst zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Euch Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche Euch: Zeit zu haben zum Leben.

Urheber: Elli Michler
Aus:Elli Michler:Dir zugedacht, Wunschgedichte © Don Bosco Medien GmbH, München, 22.Aufl. 2014


Wir hatten auch einen schönen Text von unseren Trauzeugen bei unserer standesamtlichen Trauung vorlesen lassen. Das war richtig schön und hat das ganze auch noch feierlicher gemacht!