Organisation des Hochzeitsfotografen - Teil 2, Bildrechte

Liebe Brautpaare, Besucher und Gäste von weddingstyle.de

Heute möchte ich Sie über das Thema „Bildrechte“ informieren und auf welche Bedingungen Sie achten sollten. Was ist damit eigentlich gemeint, mit dem Bildrecht? Was bedeutet eine „Abgabe der Bildrechte“? Aus jeder Realisierung einer Fotografie ergeben sich zwei Rechtspositionen:

a) Der Fotograf besitzt am Foto das Urheberrecht; er allein ist daher befugt, an andere, z.B. an einen Verlag das Foto zur Veröffentlichung zu geben, indem er dem Verlag das „Copyright“, also das Recht zur Veröffentlichung einräumt.

b) Der/die Fotografierte besitzt am Foto das *„Recht am eigenen Bild“, *d.h., ohne Einwilligung des abgebildeten Personen darf der Fotograf das Bild nicht veröffentlichen. Dieses Recht am eigenen Bild ist im §22 des Kunsturhebergesetzes beschrieben und kennt bestimmte Ausnahmen.

Der Fotograf/ die Fotografien braucht also Ihr Einverständnis. Ohne diese schriftliche Übertragung der Bildrechte kann der Fotograf mit dem Bildmaterial weder an Ausstellungen noch bei Wettbewerben teilnehmen bzw. Ablichtungen z.B. in Fotofachzeitschriften oder Fotofachbüchern veranlassen, die u.a. dafür dienen sollen, den Fotografen bzw. seine Fotografien bekannt zu machen. Dies gilt auch für die Veröffentlichung der Fotografien über seine Homepage.

Wenn Ihnen ein Fotograf anbietet, Ihnen die Bildrechte zu übergeben, ist damit in der Regel gemeint, dass Sie alle Negative (analog bzw. und/oder digital) zu Ihrer freien Verfügung ausgehändigt bekommen. Es verzichtet also darauf, diese nur gegen Bezahlung (in Form von Nachbestellungen) herauszugeben. Doch Vorsicht: Manche Fotografen überlassen Ihnen zwar das Bildmaterial, aber in geringer Auflösung, sodass Vergrößerungen eine schlechte Qualität mit sich führen oder ein „Copyright“ ist in die Bildern digital integriert worden und sind somit für Sie unbrauchbar. Somit sind Sie letztendlich doch gezwungen, gegen Aufpreis eine höhere Qualität zu erhalten. Lesen Sie hiefür unbedingt die AGB´s, entweder auf seiner Homepage oder fordern Sie diese vor einer Buchung an.

Des Weiteren gilt es zu klären, welche Fotografien denn gemeint sind? Wirklich alle, die gemacht wurden (bei einer Ganztagsreportage gerne zws. 1200 und 3000) oder nur die von ihm im Vorfeld ausgesuchten? Bedenken Sie, Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht sortiert er Fotografien aus, die Sie selbst als wunderschön erachten würden…

Reden Sie also mit ihm, klären Sie diese Punkte. Um Missverständnisse auszuschließen sollten Sie ihn zu zweit besuchen (vielleicht mit Ihrem Partner oder einer guten Freundin) oder die Inhalte schriftlich fixieren lassen – evtl. genügt ein Blick in die AGB. Wie sind dort Ihre Fragen geregelt!?

Manche Fotografen bieten Ihnen Pakete an, z.B. 150 Fotos in 13x18 cm als klassischen Fotofachabzug (auf Fotopapier). Hier gilt wiederum zu klären, ob Sie bei der Bildauswahl Mitspracherecht erhalten oder er Ihnen 150 Fotografien nach seiner eigenen, persönlichen Auswahl verkauft. Diese Praxis ist für all diejenigen geeignet, die sich nicht die Mühe machen wollen, größere Mengen an Fotografien selbst zu betrachten und zu sortieren, a) weil Ihnen die Zeit oder b) die Muse hiefür fehlt. :wink:

Preisliche Dimensionen: Für Ganztagsreportagen, die eine Über- oder Abgabe der Bildrechte an Sie mit beinhaltet, müssen Sie in Deutschland mit ca. 1200 bis 3000 Euro rechnen, je nach Umfang und Aufwand. In diesem Preis ist bzw. sollte eine Nachbearbeitung der Fotografien inne sein, d.h. dass der Fotograf alle Bilder begutachtet und optimiert. Diese Tätigkeit nimmt je nach Umfang Tage in Anspruch und kann natürlich nicht mit 500 Euro bezahlt sein, wobei Sie solche Angebote auch finden werden. Ich denke dies ist eine Frage Ihrer Ansprüche in Bezug auf Qualität, Ihrem Geschmacks und Ihres Budgets.

Was heißt Optimieren eigentlich? Optimieren oder ein Bearbeiten der Fotografien meint folgendes: Ein Bild kann verschiedene Emotionen beim Betrachter auslösen, u.a. auch abhängig vom Bild(aus)schnitt, von den Farben, der Intensität, auch von der Helligkeit und Kontrast u.v.m. Ein Optimieren hat also zur Folge, dass der Fotograf versucht, die Fotografien so zu gestalten, dass diese den Wünschen und dem „kreativen Charakter“ der Kunden entsprechen (das beginnt schon während dem Erstellen den Aufnahmen) und vor allem auch der Geschichte des Bildes. Was möchte dieses Bild, was möchte der Fotograf aussagen? Und der Kunde hat auch Einfluss: Ist der Kunde auf viele Details bedacht, möchte er lieber warme und romantische Bilder, sind diese eher kühl und modern ausgerichtet? Eher authentisch oder doch lieber viele Fotos in Szene gesetzt? Werden sw-Aufnahmen bevorzugt? Diese Wünsche und Ausrichtungen können im nachhinein vom Fotografen noch mitverwertet werden – das ist Optimieren.

Fazit: Die Philosophie unter uns Fotografen ist sehr vielfältig und jede (oder zumindest die meisten auf ihre Art und Weise) auch vertretbar. Neben der Entscheidung anhand schöner Fotografien, welche Sie ansprechen, achten Sie unbedingt auf die o.g. Punkte und besprechen Sie diese mit dem Fotografen/ der Fotografin. Vergleichen Sie und bedenken Sie, dass die Auswahl eines Fotografen z.T. Wochen, manchmal gar Monate in Anspruch nehmen kann! Denn irgendwie soll ja alles stimmen: Qualität, Preis/Leistung, Sympathie und Service. Dies gilt sicherlich auch für Kollegen aus anderen Bereichen. Da die meisten Hochzeiten Samstags stattfinden, sind diese 4-5 Termine pro Monat für uns Fotografen also schnell vergeben. Somit kann sich die Suche in die Länge ziehen. Für alle Brautpaare 2008: Ich wie auch andere Kollegen bundesweit haben die ersten Termine für 2008 bereits verbuchen können.

Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der richtigen Auswahl.

Mit herzlichen Grüßen aus der Ortenau,

Patrick Koci

Danke!
Das sind super nützliche Infos. Herzlichen Dank.

Lieben Gruß
Bix

Super, vielen Dank für die Infos, du bist echt goldwert!
Aber ich hab da mal ne Frage,
Unsere Fotografin hat von uns die Bescheinigung unterschrieben, dass sie unsere Fotos veröffentlichen darf, etc. Wir haben von ihr eine CD bekommen mit ausgewählten Fotos (1-2MB, die Portraitfotos sogar in 3-4MB).
Die Rausgabe ihrerseits bedeutet, dass wir mit den Fotos machen dürfen was wir wollen oder bräuchten wir das auch von ihr schriftlich, dass wir die auf die Webseite oder im Film, etc. veröffentlichen dürfen?

Hallo Charlie,

dass sie Ihre Bilder veröffentlichen darf, sollte nicht *Ihr Nutzungsrecht als Auftraggeber einschränken, nein! Was anderes ist es, wenn sie die Fotos an Dritte weitergeben möchte, zum Beispiel wie ich. In der letzten Weddingstyle wurde eine Reportage von mir veröffentlicht. Hierzu musste ich meine Kunden bitten, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, sodass der Verlag sicher sein konnte, die Bilder veröffentlichen zu dürfen, ohne dabei gegen das Recht am Bild zu verstoßen. So ist das die gängige Praxis und professionell durchgeführt. Es wäre ja ein Witz, wenn SIE *als Kunde den Fotografen fragen müssten, was Sie mit Ihren Bildern machen dürfen und was nicht :wink: Was Sie klären sollten: Wenn Sie (als Auftraggeber) selbst Ihre Bilder kommerziell verwenden möchten, hat sie ggf. das Recht auf Namensnennung ihrerseits als Fotografin.

Auch sollten Sie prüfen, ob Sie Ihrer Fotografin das uneingeschränkte Recht aus alle Fotografien gegeben haben, oder nur auf eine bestimmte Auswahl. Sonst werden später evtl. Fotografien veröffentlicht, auf denen Sie sich als Kunde vielleicht gar nicht gefallen. Ich frage meine Kunden meist, welche ich für die Homepage nehmen darf bzw. gehe auf Ihre Wünsche sofort ein, wenn Sie mich bitten, dass eine oder andere Bild nicht zu verwenden, obwohl es fotografisch ein Top-Bild ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen, Charlie?

Mit herzlichen Grüßen,

Patrick Koci

Hallo Charlie,

auf der sicheren Seite sind Brautpaare, die vielleicht einige der Fotos (zu denen sie bereits die Nutzungsrechte erhalten haben) kommerziell nutzen möchten, wenn sie grundsätzlich für kommerzielle Nutzungen das schriftliche Einverständnis des Fotografen einholen.

Es sei denn, es wurde bereits bei Zahlung und Übergabe der Nutzungsrechte eingeräumt.

Eine kommerzielle Nutzung von Hochzeitsfotos durch das Brautpaar könnte z.B. sein, wenn die Braut schöne Portraits für den Katalog eines Brautmodengeschäftes weitergibt, dafür vielleicht sogar ein Honorar erhält. Oder sich die Braut bei einer kommerziellen Agentur für Brautmodenschauen bewirbt, das Foto dort in einen Katalog oder in die Homepage aufgenommen wird.

Das Urheberrecht verbleibt immer beim Fotografen und ist nicht veräußerbar. Nutzungsrechte können dagegen für die verschiedensten Zwecke vom Fotografen an das Brautpaar eingeräumt werden. Dadurch erklären sich auch die verschiedenen Honorarhöhen.

Lieber detailliert fragen. Professionelle Kollegen beantworten dies sicherlich sehr gerne.

Herzliche Grüße
Andreas

Vielen Dank für deine Antwort, wenn wir euch hier nicht hätten, wäre das Forum nur halb so gut.

Hallo Zusammen!

Eine ähnliche Problematik gibt es auch in unserem Gewebe.
Ich fertige auf “meinen” Veranstaltungen (überwiegend Hochzeitsfeiern) auch Fotos und Video-Clips an, die ich dann teilweise anschließend auf meiner Homepage in der Galerie veröffentliche.
Allerdings könnte ich dies nicht machen, wenn ich mich nicht zuvor rechtlich absichern würde! Ich lasse mir von den Veranstaltern (hier: die Vertrag unterzeichnenden Hochzeitspaare) hierfür die schriftliche Erlaubis geben. Selbstverständlich können sie dem auch jederzeit widersprechen.
Rein rechtlich gesehen sind sie dann verpflichtet ihre Gäste vorab darüber zu informieren, da sie mit ihrer Unterschrift die rechtliche Verantwortung übertragen bekommen haben.

Gruß aus Karlsruhe
Party-DJ Markus