Organisation des Hochzeitsfotografen - wertvolle Tipps!

Liebe Brautpaare, Besucher und Gäste von weddingstyle.de

Aufgrund einiger Fragen zum Thema Hochzeitsfotos, Fotobücher und Planung hier im Forum möchte ich Ihnen heute hier einige Tipps zum Thema Organisation: Hochzeitsfotograf und alles was damit zu tun hat erläutern.

Wann sollten Sie mit der Suche beginnen?
Um die Dienstleistung „Hochzeitsfotograf“ bestmöglich zu koordinieren, sollten Sie sich bewusst sein, dass die meisten Hochzeiten auf das Wochenende fallen. Logischweise hat somit ein Hochzeitsfotograf im Monat nur 4 oder 5 Termine, die er Ihnen vergeben kann. In den Hochmonaten April bis September sind diese Wochenenden (zumindest für Ganztagsreportagen) sehr schnell verbucht. Deswegen sollten Sie sich mindestens ein halbes Jahr, besser sogar 9 oder gar 12 Monate vorher (insofern dies nach dem Zeitpunkt des Antrags Ihres Liebsten möglich ist) auf die Suche machen.

Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?
Setzen Sie sich ein finanzielles Limit. Für Ganztagsreportagen müssen Sie im Schnitt als Endbetrag zwischen 1200 und 1800 Euro rechnen, wobei dann Optionen wie die Abgabe der Bildrechte an das Braut- bzw. Ehepaar eine wichtige Rolle spielen sollte.
Die Abgabe der Bildrechte oder die alternative Option mit Nachbestellungen gilt auch für die klassischen Einzel- und Paaraufnahmen. Manche Kollegen verkaufen Ihnen lieber eine feste Anzahl von Bildern und verlangen dann einen Aufpreis für Nachbestellungen. Hier gibt es kein richtig oder falsch, das ist einfach ein Frage der persönlichen Philosophie. Lassen Sie sich stets einen schriftlichen Kostenvoranschlag machen, auch für die weiteren Kosten und fragen Sie bei Unklarheiten sofort nach. Der Preis selbst (gerade bei den Ganztagsreportagen) kommt vor allem durch die Bearbeitung der Bilder zustande, welche je nach Umfang der Hochzeit mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Natürlich gibt es günstigere aber auch teurere Fotografen. Achten Sie dann unbedingt bzw. umso mehr auf die Serviceleistungen und vor allem auf die Sympathie, denn ohne Vertrauen werden Sie sich vor der Kamera unwohl fühlen. Anzahlungen sind immer häufiger üblich. Die Fotografen reservieren Ihnen bereits Monate im voraus einen Termin, der anderen Kunden dann nicht mehr zugänglich ist. Leider gibt es immer wieder Menschen, die zum Teil nur wenige Tage vorher absagen. Dem Fotograf steht ein erheblicher Verlust bevor, denn oft gibt es so kurzfristig keine neuen Anfragen mehr. Bitte bedenken Sie, auch ein Fotograf möchte seine Familie ernähren – haben Sie also Verständnis, wenn er Ihnen einen Vertrag anbietet. So sichern auch Sie sich diesen Termin zu und kommen nicht in Gefahr, dass der Dienstleisten Ihnen absagt – was auch vorkommen kann, die Begründung mal dahingestellt. Generell sollten Sie alle Dienstleistungen die mit Ihrer Hochzeit zu tun haben, stets schriftlich fixieren.

Was können Sie tun, um sich vor der Kamera wohl zu fühlen?
Die Frage kommt oft. In der Regel ist es so, dass Sie an Ihrem Hochzeitstag sehr aufgeregt sind. Einen guten Fotografen werden Sie nach wenigen Minuten kaum noch wahrnehmen, denn er weiß sich korrekt zu verhalten. Wann ist Rückzug geboten, wann darf er Ihnen etwas näher kommen? Verhält er sich hektisch und nervös oder hat er jede Situation mit Ruhe und Ausgewogenheit im Griff? Dieses Wissen, diesen Service bezahlt der Kunde übrigens mit, denn die erfahrenen Fotografen wissen um diese Verhaltensweisen und Gebote und haben gelernt, sich in diesem Rahmen professionell zu bewegen, ein wichtiges Kriterium zum Erreichen guter Hochzeitsfotografien. Sie werden Ihnen in der Regel Ruhe vermitteln, bewundernder Blicke „zuwerfen“, wenn Sie sich ankleiden und schminken. So gibt er Ihnen schon im Vorfeld Selbstvertrauen und Sie werden sich immer sicherer in Bezug auf die Kamera. Fragen Sie ihn im Vorfeld, wie er die Fotografien umsetzt. Dokumentiert er Ihren Tag authentisch oder möchte er Ihnen Anweisungen geben? Was ist Ihnen selbst denn lieber? Wie fühlen Sie sich wohler? Wenn Sie sein dürfen, wie Sie sind - einfach sich selbst - oder möchten Sie gar hin und wieder Hilfestellung, weil Sie sich sonst unsicher werden? Gehen Sie diese Fragen ggf. mit dem Fotografen/ der Fotografin Ihrer Wahl durch.

Woran erkenne ich einen guten Fotografen, außer an den Fotografien?
Nun, es beginnt mit einem guten Service. Reagiert er unmittelbar auf Ihre Anfragen, die Sie per Mail oder Telefon stellen? Wie reagiert er? Nimmt er sich Zeit für Sie und beantwortet er auch Ihre Fragen so, dass diese für Sie nachvollziehbar sind?
Wie ist sein Auftritt, persönlich, am Telefon – wie ist seine Homepage? Klar und kundenorientiert? Fehlen wichtige Angaben? Vertrauen Sie ihm, kann er sich anpassen in Bezug auf Kleidung, Sprache (Lautstärke, Inhalt), gibt er Ihnen Zeit sich zu sammeln und zu konzentrieren, wenn er Ihnen evtl. viele neuen Informationen gibt (beim ersten persönlichen Gespräch)? Vermittelt er Ihnen seine Erfahrungen, nicht nur den eigenen Ablauf betreffend, sondern auch für den gesamten Ablauf? Vergessen Sie nicht, ein Hochzeitsfotograf sieht so viel mehr und bewusster als alle anderen an diesem Tag, es ist sein Beruf zu beobachten und zu „archivieren“, vielleicht sogar seine Muse. Bei Ganztagsreportagen gilt sein Interesse nur Ihnen und Ihren Gästen – und das bis zu 16 Stunden rund um die Uhr, ohne wirkliche Pause. Ein wirklich guter Hochzeitsfotograf wird niemals versuchen, Ihnen* sein* Image “aufzudrücken”, sondern er wird sich auf Sie und Ihre Wünsche einstellen, sich hineinfühlen. Versuchen Sie im ersten persönlichen Gespräch herauszufinden, ob er dies kann oder ob er letztendlich doch nur sein “Ding” durchziehen möchte. Jeder Fotograf hat eine persönliche Handschrift, keine Frage, aber auch diese sollte durch den Kunden und desssen Wünsche und Ideen gekennzeichnet sein - nur so entsteht Individualität, auch in den Fotografien. Sollten Sie sich nicht sicher sein und einen anderen Fotografen buchen wollen, sagen Sie ihm rechtzeitig bescheid, sodass er diesen Termin wieder für andere Kunden öffnen kann.
Ein Fotograf und sein Model… sie müssen immer zueinander finden, das ist ok so :wink: Sie wollen ihn unbedingt buchen, ihn und keinen anderen? Dann sollte Sie ein Vertrag nicht abschrecken, so sind beide auf der sicheren Seite.

Was können Sie tun, damit der Fotograf sich wohlfühlt?
Wichtig sollte sein, Ihm Änderungen stets rechtzeitig zu sagen, sodass er sofort koordinieren kann. Braucht er gleich ein anderes Objektiv, einen anderen Film, eine andere Kamera? Muss er sein Schuhwerk wechseln oder seinen Assistenten mit Diversem beauftragen? Also, beziehen Sie ihn mit ein, er wird es Ihnen mit schönen Fotografien honorieren. Geben Sie im alle Adressen im Vorfeld so genau wie nur irgendwie möglich. Viele Fotografen fahren mit Navigationssystemen zu den Locations. Die Straße mit einem Buchstaben falsch geschrieben und schon verliert er wertvolle Minuten, währenddessen Sie termingebunden anfangen müssen (z.B. Standesamt, Kirche etc.). Klären Sie im Vorfeld mit Ihrem Partner ab, inwiefern Sie den Fotografen bei der Bewirtung mit einbeziehen. Soll er einen Platz unter den Gästen haben oder soll/ muss er sich selbst versorgen oder abseits sitzen? Kleiner Tipp: Weisen Sie ihm einen Platz unter der Gästen zu. Er kann aus seiner Position heraus gute Reportagefotos machen, ohne dass es den meisten auffällt. Die Gäste werden ihm gegenüber offener, das Resultat der Bilder wird es Ihnen und jenen wiederum danken.

Dann die Frage nach dem Album oder einem Fotobuch/ Bildband.
Reine Geschmackssache! Generell ist es oftmals so, dass die Gesamtkosten für ein klassisches Album gerne unterschätzt werden. Sie brauchen das Album ansich, die Einlagekartons (manchmal als Inlays bezeichnet), ggf. Passepartouts und die Vergrößerungen der Fotografien. Sehr schnell entstehen hier Kosten von mehreren hundert Euro, je nach Qualität der Waren, Ihren Ansprüchen oder Ihrem Budget. Ein Fotobuch ist eine moderne gleichwertige Alternative, zumal pflegeleichter und günstiger im Preis. Bei den Büchern arbeiten viele Anbieter mit dem klassischen DIN A4 Hochformat oder kleineren Formaten. Einige wenige bieten auch das DIN A4 Format als Querformat an, zudem auch in den Größen DIN A3! Diese Seiten können hochglanzveredelt werden und in punkto Kreativität können Sie oder der Fotograf das Fotobuch oder den Bildband sachlich stilvoll bis bunt und fantasiereich gestalten.
Natürlich gilt das auch für die Alben. Hier haben Sie auch die Wahl, die Fotobücher bzw. die Alben selbst zu gestalten und zu bearbeiten – aber unterschätzen Sie den Aufwand und die nötige Fingerfertigkeit nicht. Ein misslungenes Bild als Abzug oder digital falsch an- bzw. eingepasste Fotos und schon ist der Gesamteindruck dahin.
Fragen Sie nach Muster, ein guter Fotograf oder Verlag/ Druckerei wird die Ihnen gerne geben…

So, ich hoffe, Ihnen die wichtigsten Punkte genannt zuhaben. Für weitere Fragen stehen Ihnen hier alle Experten für Fotografie im Forum sicherlich gerne zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen aus der Ortenau,

Patrick Koci

Wow. Alles drin. Großartig!
8)

Vielen Dank! Das ist mal ein Beitrag, den unsere Bräute richtig gut gebrauchen können!
Viele Grüße von
Melli

Danke :smile: