Trauzeugen-Problem

Hallo ihr Lieben!

Zerbreche mir gerade den Kopf darüber, wen ich als Trauzeuge nehmen soll! Hab jetzt schon einige schlaflose Nächte hinter mir und immer noch keine Lösung, aber vielleicht könnt ihr mir da helfen?
Die Situation ist ein bisserl kompliziert: Für meinen Mann ist klar, dass er wieder seinen besten Kumpel nimmt, der auch schon bei der Standesamtlichen Trauzeuge war, da er niemanden aus seiner Familie nehmen will, sondern eben jemanden aus dem Freundeskreis. Das stürzt mich jetzt allerdings in ein Dilemma. Bei der Standesamtlichen hatte ich auch eine Freundin, aber meine Familie hat da schon anklingen lassen, dass das Amt des Trauzeugen doch eigentlich jemandem aus der Familie zusteht. Damals hab ich das noch ignoriert. Aber wenn ich das jetzt wieder ignoriere, hab ich Angst, dass meine Eltern beleidigt sind. Das würden sie zwar nie so sagen, sie würden immer beteuern, dass wir das ja selber wissen müssen, aber ich bin lang genug ihre Tochter um zu wissen, dass es eben doch nicht ok wäre. :frowning: Aber jetzt mal ganz unabhängig von meinen Eltern: Prinzipiell wäre es für mich ja auch kein Problem, meinen Bruder zu nehmen, mit dem versteh ich mich ziemlich gut, und ich weiß, dass er immer für mich da ist. Aber irgendwie stell ich mir halt vor (ganz wie im Spickzettel der WS beschrieben!), dass der Trauzeuge, bzw. für die Braut die Trauzeugin, einen im Vorfeld unterstützt, beim Shoppen dabei ist, Accessoires aussucht, sich hysterisch mit einem freut, wenn man die passenden Schuhe zum Kleid findet, Junggesellinnenabschied plant, beim Ankleiden usw. hilft, mit dem Trauzeugen des Bräutigams in die Kirche einzieht, wenn nötig auch hilft, wenn die Braut mal aufs Klo muss, …! Und all das kann ja wohl schlecht mein Bruder machen! (Stell ihn mir grad bildlich auf dem Damen-WC vor! :blush: ) Zudem wohnt mein Bruder ziemlich weit entfernt, er könnte mir also auch im Vorfeld nicht wirklich beistehen. Und auf dem Photo mit den Trauzeugen sieht es doch irgendwie auch komisch aus, wenn 3 Jungs und nur 1 Mädel drauf sind, oder? Meine Freundin hingegen wohnt ums Eck und freut sich mit mir, leiht sich meine Hochzeitszeitschriften aus, plant schon richtig, wie wir was machen können, ist also wirklich total angesteckt mit dem Hochzeitsvirus.
Bin jetzt irgendwie ziemlich ratlos, was ich tun soll. :question: Mach ich mir da zu viele Gedanken? Gehen da die Brauthormone mit mir durch? Wen würdet ihr nehmen? Und sind eure Trauzeugen männlich oder weiblich?

Sorry, ist jetzt ein bisserl lang geworden!

Hallo,

also ganz ehrlich würde ich mich nach meinem Herzen entscheiden und nicht danach, was meine Familie sich vorstellt. Aber es gibt da vielleicht trotzdem eine Lösung. Du kannst ja durchaus mehr als einen Trauzeugen haben. Bei uns ist es auch so, dass mein Schatz seinen Bruder als Trauzeugen ausgesucht hat und meine zwei besten Freunde (männl.) meine beiden Trauzeugen sind. Ich habe das auch mit dem Pfarrer abgesprochen, das ist kein Problem. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit um allen gerecht zu werden?
:smiley:
LG, Sylvie

Ich kann mich Shiva nur anschließen.
Ich musste gar nicht lange überlegen, denn mir war klar, dass nur mein Bruder mein Trauzeuge wird, weil ich durch ihn meinen Süßen kennengelernt hab.
Und das schönste ist, er ist doch wirklich mit zum Brautkleid gucken gekommen :laughing: . War auch garnicht schlecht mal ne männliche Meinung dabei zu hören :laughing: . Aber wie Shiva schon sagt, dass musst du selbt entscheiden.

Liebe Grüße
Conny

Ich würde mir da nicht hereinreden lassen. Eine Trauzeugin soll ja schließlich genau das für dich sein, was du schon selbst beschrieben hast: Eine Person, die dich nicht nur am Tag deiner Hochzeit, sondern auch im Vorfeld begleitet. Es sollte ein Person sein, der du dein vollstes Vertrauen entgegenbringst und mit der du über alle deine Sorgen, Wünsche, Ängste, Hoffnungen etc. sprechen kannst. Und nirgendwo steht geschrieben, dass das jemand aus der Familie sein muss. Bei mir wird meine beste Freundin Trauzeugin.
Hör auf dein Herz.
LG Mel

Liebe Kleine Braut,

ich denke ebenfalls, dass Du das für Dich entscheiden solltest. Vielleicht kannst Du Deinen Bruder ja in anderer Form nett in Euren Tag einbinden…und generell…o.k., ich habe da ohne Geschwister gut reden…bin ich sowieso weniger ein Fan davon, dass man für alles seine Geschwister nimmt, denn die Familie ist doch der Rückhalt im Leben den man eigentlich immer hat…
Das sehe ich bsp. auch bei Taufpaten so…sollte mir etwas passieren, dann würde meine Familie doch auf jeden Fall für die Kinder da sein…egal ob Pate oder nicht, oder?

LG Koboldine

Liebe Eva,

ich hab mir grad meinen Bruder als Trauzeugen vorgestellt, :laughing: :laughing: . Für ihn ist es der größte Liebesbeweis, dass ich ihn nicht zum Trauzeugen mache oder eine Fürbitte vorlesen lasse.

Ich schließ mich Koboldine an. Die Familie ist sowieso da und wird einen das Leben lang begleiten. Ich würde jemanden familienexternen wählen.

Oder 2 Trauzeugen bestellen.
Meine Eltern haben das bei mir mit der Taufe auch so gelöst. Mamas beste Freundin wurde meine Taufpatin und mein Onkel auch.

lg
Bix

Hi!

Ich bin auch für zwei Trauzeugen: Deine Trauzeugin (das ist sie schon auf Lebenszeit!) macht mit Dir den ganzen Mädelskram und Dein Bruder darf helfen, wo er kann und möchte. Alle sind happy und Du musst keine Bauchschmerzen haben. Freie Entscheidung hin oder her: anhand Deiner Zeilen bekomme ich das Gefühl, dass Dir Deine Familie und das was sie denken sehr wichtig ist. Daher solltest Du das bei Deiner Entscheidung berücksichtigen. Mit zwei Trauzeugen sind alle happy, denn jeder bekommt was ihm wichtig ist :smiley:

Ende gut - alles gut.
Simone

Liebe Eva,

ich kann gut nachempfinden, wie du dich fühlst. Gerade, wenn die Eltern sagen, dass du das selbst entscheiden und wissen musst, du aber ‘lange genug Tochter bist’, um zu wissen, dass die Familie eventuell dann doch ‘enttäuscht’ ist, solltest du niemanden aus der Familie wählen.

In unserem Umfeld heiraten auch gerade einige gute Freunde, mit denen haben wir auch einige Male über das Thema Trauzeuge gesprochen.

Wenn ich einfach mal von mir ausgehe… was hat der Trauzeuge für eine Bedeutung für mich?
1.) es sollte jemand sein, wem ich bedingungslos vertrauen kann und der mir im Gegenzug auch 100% vertraut
2.) jemand, der unsere Partnerschaft kennt, also auch meinen Mann. Denn ein Trauzeuge sollte doch in einer unbekannten Situatuion (nicht nur in Krisen, kann ja auch eine positive Veränderung sein) dem Brautpaar (in erster Linie: mein Trauzeuge mir) mit Rat und Tat zur Seite stehen.
3.) jemand, der mich persönlich vor allem sehr sehr gut kennt. Also auch meine Wünsche, Ziele, Macken, Ängste, Vorstellungen… nicht nur im Hinblick auf die Partnerschaft, sondern generell.
4.) jemand, der mich für meine Gedanken und Taten nicht verurteilt, auch wenn er u.U. nicht mit allem konform geht. Mir aber aufrecht zuhört und an meiner Seite ist, wenn ich ihn brauche. Natürlich plant man ewig mit seinem Partner zusammen zu sein, aber es gibt ja keine Garantie. Was ist, wenn die Liebe bei einem schwindet?
5.) jemand, der auch meine/unsere Familien kennt. Wie wir hier in diesem Forum schon manchmal gelesen haben, spielen die Familien der Partner ja auch eine große Rolle. Und manchmal erklärt der Background eines jeden einzelnen die Entscheidungen, das Verhalten, ja - vielleicht sogar die ‘Macken’ :wink:

Wie gesagt, dass waren für mich so die Punkte, die ich im Geiste abgehakt habe. Allerdings muss ich dazu sagen, dass mir die Entscheidung sehr leicht fiel: meine beste Freundin und meinen besten Freund. Die beiden kennen mich und mein Leben in und auswendig, stehen immer zu mir (auch wenn sie nicht alles genauso tun würden wie ich), kennen Olli und mögen ihn (d.h. sie können auch mal seine Sichtweise verstehen und mich ggf. ‘korregieren’) und sind für mich einfach die besten.

Lass dich nicht von aussen beinflussen, Eva. Ich weiss - das ist manchmal leichter gesagt als getan, aber solange DU mit deiner Entscheidung konform gehst und DU dich damit wohl fühlst, ist es für dich und dein Leben die richtige Entscheidung.

Fühl dich gedrückt.
LG,
Sandy

Hallo!

Erst mal ganz lieben Dank für eure ehrlichen Meinungen! :smile: Bin mir immer noch nicht ganz sicher, aber langsam tendiere ich doch zu meinem Bruder. Nicht, weil ich mich von meinen Eltern oder sonst irgendwem unter druck setzten lasse, sondern weil ich ein super Verhältnis zu ihm habe.

— Begin quote from ____

Wenn ich einfach mal von mir ausgehe… was hat der Trauzeuge für eine Bedeutung für mich?
1.) es sollte jemand sein, wem ich bedingungslos vertrauen kann und der mir im Gegenzug auch 100% vertraut
2.) jemand, der unsere Partnerschaft kennt, also auch meinen Mann. Denn ein Trauzeuge sollte doch in einer unbekannten Situatuion (nicht nur in Krisen, kann ja auch eine positive Veränderung sein) dem Brautpaar (in erster Linie: mein Trauzeuge mir) mit Rat und Tat zur Seite stehen.
3.) jemand, der mich persönlich vor allem sehr sehr gut kennt. Also auch meine Wünsche, Ziele, Macken, Ängste, Vorstellungen… nicht nur im Hinblick auf die Partnerschaft, sondern generell.
4.) jemand, der mich für meine Gedanken und Taten nicht verurteilt, auch wenn er u.U. nicht mit allem konform geht. Mir aber aufrecht zuhört und an meiner Seite ist, wenn ich ihn brauche. Natürlich plant man ewig mit seinem Partner zusammen zu sein, aber es gibt ja keine Garantie. Was ist, wenn die Liebe bei einem schwindet?
5.) jemand, der auch meine/unsere Familien kennt. Wie wir hier in diesem Forum schon manchmal gelesen haben, spielen die Familien der Partner ja auch eine große Rolle. Und manchmal erklärt der Background eines jeden einzelnen die Entscheidungen, das Verhalten, ja - vielleicht sogar die ‘Macken’

— End quote

Genau diese Punkte sind mir auch recht wichtig, und jetzt, da ich doch ne Weile darüber nachgedacht habe, muss ich ehrlicherweise sagen, dass mein Bruder die absolut erfüllt, mehr als meine Freundin. Mein Bruder kennt mich seit seiner Geburt, hält tatsächlich immer zu mir, ist zudem mit meinem Mann befreundet und kennt auch dessen Familie. Meine Freundin kenne ich selbst erst seit ca. 3 Jahren. Sie ist definitiv engagierter in der Hochzeitsvorbereitung und ich vertraue ihr blind, aber sie hat natürlich wesentlich weniger Einblick in unsere Familien und auch in unsere Partnerschaft.

@ simonerummel: du hast ganz recht: meine Familie ist mir unheimlich wichtig! Sie stehen immer hinter mir und unterstützen mich, wo sie nur können, zudem sind sie auch noch ganz vernarrt in meinen Mann, daher kann es mir auch nicht absolut egal sein, was sie denken. Wenn ich so lese, welche Probleme andere Brautpaare mit der eigenen Familie und der Schwiegerfamilie haben bin ich echt froh, dass wir von allen Seiten ganz lieb unterstützt werden!

Glaube, ich werde tatsächlich meinen Bruder als Trauzeugen nehmen. Meine Freundin werde ich anderweitig einspannen, entweder als Brautjungfer oder auch als “persönliche Assistentin” :smiley: Danke für eure Hilfe!