Treueversprechen

Hallo ihr, die sich kirlich trauen lassen!

ich habe jetzt schon in mehr Beiträgen gelesen, dass das mit den Pfarrern gar nicht so einfach ist. Bis jetzt habe ich das nicht verstehen könnten, aber nun muss auch ich mich einreihen.

Ich habe mich auf das Gespräch bezgl. des Gottesdienstablaufes mit unserem kathol. Pfarrer einen ganzen Tag vorbereitet, extra eine Traumappe unseres zuständigen Bistums besorgt.
Auf den Seiten von Weddingstyle habe ich ganz tolle Treueversprechen gefunden, die etwas moderner waren.
Leider hat der Pfarrer unser “modernes” Treueversprechen abgelehnt, denn es würde in dieser Hinsicht eine vorgeschriebene Form geben, von der er nicht abweichen wird. Bin vor Enttäuschung dort während des Gespräches gleich in Tränen ausgebrochen, denn plötzlich hatte ich das Gefühl, dass alles “Null-acht-fünzehn” wird und das eigentliche besondere, nämlich das persönliche Treueversprechen, verloren geht.

Ich hoffe jetzt, dass wenigstens die Predigt unseres evang. Pfarrers etwas persönlicher wird.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ist das Treueversprechen wirklich vorgeschrieben?
Warum finde ich dann auf den Seiten der Weddingstyle einen anderen Text oder war der für eine freie Trauung vorgesehen?

Hilfe!!!

Liebe Grüße
Martina

hallo martina!

also, in der katholischen kirche gibt es da wirklich eine vorgabe…
allerdings kann der pfarrer da bestimmt entscheiden, ob das sein muss…
kommt halt drauf an, wie weltoffen er ist.

macht ihm doch den vorschlag,
ob ihr nicht - an spaeterer stelle im gottesdienst - euer persoenliches treueversprechen noch einbauen duerft?

wenigstens das sollte doch moeglich sein.
evtl. muss man es dann etwas umschreiben,
so als art persoenliche worteoder gemeinsames gebet von braut und braeutigam…
meine schwaegerin hatte da foglendes (auch katholisch geheiratet):

*gebet der brautleute:
ich lege meine hand in deine und weiss:
das ist geben und nehmen
denn was du nicht bist, das will ich sein.
und was ich nicht bin, das sollst du sein.

unsere ineinander gelegten haende - das ist dank:
dass wir einander gefunden haben,
dass wir von nun an ganz eins sind;
das ist das versprechen von treue:
dass wir einander gehoeren fuer immer.
unsere ineinander gelegten haende -
das ist ein zeichen unseres gemeinsamen glueckes.

doch: auch, wenn wir unsere haende ineinander legen
sie wollen wie schalen sein:
schalen, die darauf warten, gefuellt zu werden.

du, gott, bist es, der diese schalen fuellen kann.
mit eheglueck, das wir von dir erhoffen.
mit liebe, die wir wollen, die aber du uns schenken musst,
mit kraft zu ewiger treue, die nur von dir kommen kann.

wir legen unsere haende ineinander und bitten:
gott, segne uns.

*oder, finde ich fast schoener:

*keinen tag soll es geben, da du sagen musst:
niemand ist da, der mir die haende reicht.
keinen tag soll es geben, da du sagen musst:
niemand ist da, der mit mir wege geht.
keinen tag soll es geben, da du sagen musst:
niemand ist da, der mich mit kraft erfuellt.

keinen tag soll es geben, da du sagen musst:
niemand ist da, der mir die hoffnung staerkt.
keinen tag soll es geben, da du sagen musst:
niemand ist da, der mich mit geist beseelt.
keinen tag soll es geben, da du sagen musst:
niemand ist da, der mir leben schenkt.

und der friede gottes,
der hoeher ist als unsere vernunft,
der halte unseren verstand wach,
und unsere hoffnung gross
und staerke unsere liebe.
*
das hatten wir im kirchenheft.
sind uebrigens beides christliche texte, soweit ich weiss.

vielleicht koennt ihr ihn ja zu etwas in der art ueberreden?

viel glueck!
juli

Also soweit ich weiß ist das Treueversprechen in der katholischen Kirche wirklich vorgeschrieben. Entweder können die Brautleute den Text jeweils dem anderen Partner vortragen, oder der Priester ließt den Text in Fragen vor und die Brautleute antworten nur mit “Ja”. Die zweite Variante ist dann für die, die so nervös sind, dass sie nicht großartige Texte sprechen können.

Selbst formulierte Treueversprechen kommen dann wohl eher bei einer freien Trauung in Frage. Sonst die Idee das Ganze zu einem späteren Zeit punkt in den Gottesdienst einzubauen finde ich sehr gut.

tja, falls doch, dann für alle anderen:
auch ich hatte die befürchtung, dass die katholische formel 08/15 wird… und leider ist es wirklich so, dass ich katholisch nur mit dieser trauformel gültig heiraten kann, ansonsten wäre es ein formfehler und die trauung anfechtbar (ich kenn zwar kein paar, wo sowas jemals passiert wäre, aber was es nicht alles gibt)

was unser priester uns angeboten hat:
entweder das formelle trauversprechen und dann noch unsere worte hintangefüt
oder die befragung, wo das brautpaar nur ja sagt, und danach unsere eigenen worte.

und was ich in der diskussion mit einem theologen für worte gehört habe will ich euch nicht vorenthalten. haben mich eigentlich total mit den umständen versöhnt:

diese trauformel, diese worte sind nur ein gefäß, eine hülle für unsere gefühle und gedanken. wir werden diese worte sprechen, sie werden vor gott und unseren gästen bindend sein, aber der partner wird wissen, was wir fühlen, was wir denken, denn wir sind gerade in diesem moment aufs innigste miteinander verbunden…

tja, wo er recht hat, hat er recht, der herr kirchenrechtler.

Liebe maddina,
nicht verzweifeln! Nehmt doch das vorgegebene Trauversprechen…bisher wusste ich allerdings auch nicht das es von der kath. Kirche vorgegeben ist :open_mouth: Hab grad mal in meinem Buch nachgeschaut: Kleiner Hochzeitsknigge für die kath. und protestantische Trauung (das ist echt ein sinnvolles Büchlein) - da steht, dass es bei der protestantischen wählbar ist und bei der katholischen Trauung vorgegeben ist. Du kannst allerdings zwischen zwei Variante wählen:

  1. dem Vermählungsspruch: “So schließen Sie nun vor Gott und vor der Kirche den Bund der Ehe, …]” dann “, vor Gottes Angesicht nehme ich Dich an als meine Frau/meinen Mann. Ich verspreche Dir die Treue in guten und bösen Tagen,…] usw.” “Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe …] usw.”
  2. der Vermählung durch das Ja-Wort im Fragestil

Scheint wohl also wirklich nicht vom Text wählbar zu sein - nur von der Variante!

Also sei nicht so traurig, was nicht geht geht nicht und ihr könnt den Gottesdienst ja auch noch wunderschön durch die Musik, Lesung und Fürbitten gestalten.

Es sei denn ihr lasst Euch ökumenisch unter Federführung des evangelischen Priesters trauen, dann wäre wahrscheinlich auch was anderes möglich - aber dann musst Du die Ehe von der kath. Kirche anerkennen lassen…und im Buch steht, dass man dazu die Trauung von einem kath. Pfarrer durchführen lassen muss…

Ach je wie kompliziert - Ökumene ist halt ein schönes Wort, aber nach den neuesten Ausführungen unseres Herrn Papstes von wegen evang. Kirche wohl erstmal wieder öffentlich auf Eis gelegt.

Kopf hoch!
LG Alina