Warum ist das mit der kath. kirche so schwer?

mein schatz und ich wollen ja im mai heiraten. wir haben nur immernoch keine kirche! mein zukünftiger ist ausgetreten, war aber vorher katholisch. ich bin es noch.
in meiner heimatgemeinde mag ich nicht heiraten, weil die kirche super hässlich ist und ich den pfarrer nicht mag. in der heimatgemeinde meines schatzes, der aus einer anderen stadt kommt, ist es ähnlich. jetzt suchen wir eben eine andere kirche. kennen aber natürlich dort den pfarrer nicht. und ich höre immer nur so schlimme geschichten, dass die pfarrer sich gegen alles mögliche sträuben.

ich möchte aber gern,dass mein vater mich zum altar führt. außerdem hätte ich gern das lied ‘everything i do, i do it for you’ in der kirche gesungen, weil es ‘unser’ lied ist. und mein schatz hätte gern den brautmarsch von wagner beim einzug. das sind doch keine exotischen wünsche, oder??? aber man hört eben immer, dass viele pfarrer so streng sind.

das problem ist, dass die meisten pfarrer das erste gespräch meist erst ein paar wochen vor der hochzeit ansetzen. aber da ist es doch im zweifel viel zu spät! wenn er dann auf einmal alle unsere träume platzen lässt??

wir haben bisher bei zwei kirchen angefragt, die meinten jeweils, wir hätten doch noch soooo viel zeit…

ich weiss, dass die kirche keine showbühne ist und so weiter. aber ein kleines bißchen einbringen würde ich mich schon gern. aber anscheinend ist es nicht möglich, sowas vorher abzustimmen…

geht es jemandem ähnlich???

Hi Aida,

wir waren in der Sache ziemlich “dreist”. Wir haben uns “unsere Kirche” ausgesucht, ich hab da angerufen und gleich gesagt dass wir gerne vorbei kommen würden. Wir wollten die Kirche gerne von innen sehen um zu entscheiden, ob sie die richtig für uns ist. Da es sich in unserem Fall um eine evangl. Kirche handelt, musste der Pfarrer uns diese aufschliessen, weil die wohl nicht immer geöffnet haben.

An dem Tag haben wir ihn die Dinge die uns interessiert haben (Musik, Ablauf, Schmuck etc.) gleich gefragt. Ich hab mich auf so ein Gespräch am Tel. gar nicht eingelassen, man muß da nur ein bissl hartnäckig sein
:wink: Ich würde am WE mal losziehen und die Kirchen in Eurer Umgebung anschauen und gleich nächste Woche anrufen :wink:

Ich drück Euch die Daumen, dass ihr das passende findet.

Liebe Grüße,
Krischdel

Ich würde auch einfach sehr deutlich sagen, daß es Dir wichtig ist und am Herzen liegt und Du das gerne frühzeitig regeln würdest.

Muß es denn unbedingt eine Kirche sein? Vielleicht wäre ein freier Theologe für Euch die bessere Wahl - dann bräuchtet Ihr nur noch einen schönen Raum?

Ich bin froh, daß wir solches Glück mit unserem (evangelischen) Pfarrer hatten - er hat zwar auch nicht alles erlaubt, aber zumindest hat er von sich aus den ersten Termin sechs Monate vorher angesetzt - danach konnte ich schonmal deutlich ruhiger schlafen. 8)

Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese “Strenge” nur ein Vorurteil ist. Ich war schon bei ganz vielen Trauungen zu Gast, wo der jeweilige Pfarrer sehr entgegenkommend war.
Die Musikwünsche des Brautpaares hat noch jeder akzeptiert - von Gospel beim Einzug bis zum großen Orgelkonzert beim Auszug, von Livemusik bis hin zum CD-Player.
Auch geschiedene wurden in der Kirche wieder getraut; obwohl das ist eine Segnung, aber der Pfarrer hat das so schön gemacht, dass fast kein Unterschied zur “normalen” Trauung zu merken war.
Ich denke, gerade in letzter Zeit sind kathol. Priester sehr flexibel und bemüht. Am 14.2.2006 gab es im Wiener Stephansdom eine Segnung für Liebende und da wurde niemand ausgeschlossen, selbst homosexuelle Paare waren willkommen (und da ist die Kirche ja sonst nicht so offen)

Also, nur Mut und lass Dich nicht von irgendwelchen G’schichteln beeinflussen.

lg
Birgit

Also das ist ja nicht nur die katholische Kirche; ich habe die Erfahrung gemacht, dass die evangelische Kirche auch sehr genau weiß, was sie will und was nicht.
Meiner Meinung nach kommt das auch ganz stark auf den jeweiligen Pfarrer an.
Da hilft wohl Abwarten nichts, schätze, Du musst Dich bald mal an einen Pfarrer wenden und die Eckdaten absprechen. Das ist dann ja noch nicht das Traugespräch.
Zu einem ersten klärenden Gespräch waren wir auch bereits im April, das eigentliche Traugespräch hatten wir Anfang August, also vier Wochen vor der Trauung.

LG Nina

Hallo aida,

kann gar nicht verstehen, warum Du auf die Kirche ‘wetterst’. Du hast doch noch gar kein Gespräch geführt. Also weißt du nicht, ob der Pastor etwas dagegen hat oder nicht … Und das sowohl Du als auch Dein zukünftiger Mann weder seinen Heimatgemeindenpfarrer noch die dazugehörige Kirche mögen, ist (mit Verlaub) nicht wirklich das Problem der Kirche. IHR wollt etwas von der Kirche. Nämlich nicht dort heiraten, wo ihr gemäß Richtlinien erwartet würdet.

Ich kann nun von meinen eigenen - ganz anderen - Erfahrungen berichten. Wir wußten, dass wir bei meinem Heimatpfarrer, in meiner Taufkirche heiraten wollten. Dazu haben wir von unserem jetzigen Wohnort eine Art ‘Überweisung’ in den anderen Ort benötigt. Da wir den Pfarrer hier aber auch recht gut kennen, war das auch überhaupt kein Problem.

Wir sind dann zu unserem Pfarrer gegangen, der uns getraut hat, und haben insgesamt 3 Gespräche über die Trauung, den Glauben und die Kirche geführt. Wir haben ihm berichtet, wie wir die Trauung verstehen, welche Gedanken wir uns dazu gemacht haben und warum wir z.B. einen etwas unüblichen Trauspruch ausgewählt haben. Ich glaube, was wir musikalisch dort veranstalten wollten, war ihm dabei fast egal.

Ich denke, wenn die Pfarrer/Pastoren merken, dass jemand vielleicht nur wegen der Romantik in der Kirche heiraten will, die christliche Überzeugung aber etwas hinterhinkt, können sie schon mal ein wenig beleidigt reagieren. Ich denke, das kann man fast verstehen.

Bereitet euch einfach gut auf ein Gespräch vor. Wenn ihr den Pfarrer und die Kirche ausgesucht habt, macht einfach einen Termin mit dem Pfarrer persönlich aus. Wir sind dabei nicht über das Kirchenamt gegangen, sondern immer direkt zu ihm. Dann sprecht mit ihm über eure Beweggründe und am Ende kann man auch über die Ausgestaltung reden.

Viel Erfolg wünscht
Britta

guten morgen!
also erstmal möchte ich klarstellen, dass ich nicht ‘wettere’!!!
ich bin einfach nur total verunsichert und abgeschreckt, wenn ich von den erfahrungen der anderen höre.
denn natürlich wollten wir uns auf ein gespräch vorbereiten und so habe ich mich mal umgehört.
wir haben bis jetzt bei zwei kirchen angefragt und jedes mal hat man uns vertröstet, dass wir doch viel zu früh dran sind. einmal auch der pfarrer selbst. und das verstehe ich eben nicht. ich würde denjenigen schon recht zeitig mal kennenlernen. bevor wir uns entscheiden, uns von ihm trauen zu lassen. denn ich finde schon, dass man dazu ein gewisses verhältnis braucht.
unabhängig von unseren wünschen für die ausgestaltung der trauung!
wenn es nur darum ginge, würden wir uns für eine freie trauung entscheiden. aber mir ist es schon wichtig, in der kirche zu heiraten.

und natürlich ist es verständlich, dass ein pfarrer seine kirche nicht hergeben mag, nur weil jemand meint, er müsse eine hollywood-hochzeit veranstalten! das ist mir schon alles klar!

ich wollte eben nur von euch mal wissen, ob das bei euch auch so schwierig war. aber wenn das bei euch teilweise gar kein problem war, dann lassen wir uns erstmal nicht unterkriegen und vielleicht haben wir ja glück!

:smiley:

"also erstmal möchte ich klarstellen, dass ich nicht ‘wettere’!!!
ich bin einfach nur total verunsichert und abgeschreckt, wenn ich von den erfahrungen der anderen höre. "

Hallo aida,
ich kann dich nur zu gut verstehen, höre solche und ähnliche geschichten immer wieder und habe sie oft gehört als ich selber noch im dienst war und auch gibt es immer wieder solche beiträge- auch in anderen hochzeitsforen.
Es ist bei beiden kirchen nicht einfach, der beitrag zur segnung ist insofern schwierig, weil es das hier bei uns in deutschland so selten vorkommt. Grundsätzlich gilt: geh zu der kirche die dir gefällt und frage nach einem termin um grundsätrzliche dinge zu erfragen, dabei wirst du dann erfahren und merken was mit dem jeweiligen pastoren geht oder nicht, 2) wenn du in einer anderen als in deiner heimatkirche heiraten willst, brauchst du in der regel einen sogenannten “entlassungsschein” des ortspastors um in einer anderen kirche zu heiraten ((Dimissiorale)

Wenn du all das umgehen willst denke doch über eine freie trauung nach , die kann zwar nicht in einer kirche stattfinden ( es sei denn es ist eine kirche die z.b. zu einem schloss oder so und damit nicht einer kirchengemeinde gehört) aber da gibt es all diese probleme nicht.

peter

freier theologe

Hallo Peter!
Danke für Deine Antwort! Wir denken gerade wirklich über eine freie Trauung nach. Wir fliegen am Sonntag für vier Wochen in die USA, weil wir am Dienstag in Las Vegas standesamtlich heiraten werden und dann eine Kalifornien-Rundreise machen.

Somit haben wir lange Zeit für uns und werden uns nochmal Gedanken machen, wie wir zur Kirche stehen, ob wir unbedingt kirchlich heiraten möchten und ob nicht doch eine freie Trauung in Frage kommt!

Hallo, Aida!

Also, mein Schatzi und ich hatten das gleiche Problem: er ausgetreten, aus steuerlichen Gründen, aber sonst gläubig, ich noch katholisch. Unser Pfarrer meinte, er könnte uns nur trauen, wenn mein Zukünftiger wieder eintritt. Das wollte er aber nicht so recht, also haben wir nach einer anderen Lösung gesucht:
Da nur in Deutschland Kirchensteuer zu zahlen ist, haben wir die ungarische Gemeinde in München aufgesucht (ich bin aus Ungarn, deshalb kam uns die Idee), und der Pfarrer war sofort einverstanden, uns katholisch zu trauen, und den Gottesdienst auf deutsch abzuhalten. Somit ist das Problem gelöst. Ich habe vorhin nicht gelesen, wo Du herkommst, aber vielleicht gibt es in Deiner Heimatortschaft auch eine ausländische Gemeinde? Die sind vielleicht nicht so streng, was Austritte angeht.
LG, Silvi

Jetzt muss ich hier auch mal schreiben…

Unsere Ausgangssituation war ähnlich: d.h. mein Verlobter Ex-katholisch - inzwischen ausgetreten - ich katholisch.

Uns wurden auch 1000 Horrorgeschichten erzählt. Übrigens heiraten wir auch nicht in unserer Heimatgemeinde, sondern in meinem Geburtsort in einer wunderschönen Barockkirche. Der Witz war eigentlich, dass uns alle total Panik gemacht haben, weil der Pfarrer dort schon sehr strikt ist (obwohl sehr jung) und es ganz anders kam.

Das Traugespräch (das hatten wir schon, obwohl wir erst im Juli heiraten) war super nett, und dass mein Verlobter aus der Kirche ausgetreten ist, war überhaupt kein Problem. Ich habe vo Pfarrer “zur Aufgabe” bekommen, ihn doch wieder an die Kirche heranzuführen - was aber nicht heißt, dass er wieder eintreten soll oder muss! Der Pfarrer hat sich dann selbst noch über die Kirchensteuerpflicht ausgelasse - von wegen “Relikt des 3. Reichs”, “total veraltet” und “in anderen Ländern funktionierts auch ohne Pflicht”. Auch, dass mein Vater mich zum Altar führt war nach kurzer Begründung, dass mir das sehr wichtig ist, überhaupt kein Problem.

Also: hör nicht auf die Horror-Geschichten, macht Euch auf die Suche nach einer schönen Kirche und vereinbart einfach einen Termin mit dem Pfarrer!

Übrigens mussten wir uns nicht mal um die Entlassungserklärung unserer Heimatgemeinde kümmern - das erledigt für uns auch der Pfarrer der uns traut :smiley:

Liebe Grüße
susn

Hallo,

so langsam verstehe ich die katholische Kirche. Ich würde mich als Pastro etwas veralbert vorkommen, wenn Leute, die aus steuerlichen Gründen nicht in der Kirche sind, dann auch noch tausend Extrawünsche haben…

Ich kann viele Gründe nachvollziehen nicht in der Kirche zu sein, aber wenns an den 50 Euro im Monat scheitert, dann kann die Bindung ja nicht so eng sein, als dass noch ne kirchliche Trauung von Nöten wäre.

LG, Marei

Hallo,
ich glaube es ist einfach so, dass es auch inder Kirche “menschelt”.

Die Kirchenverwaltung an unserem Wohnort tut sich auch ein bisschen schwer, d.h. wir bekommen erst Ende Januar 07 einen Gesprächstermin, obwohl wir schon letzten Juni angefragt haben.
Die Verwaltung in meinem Heimatort (in dem wir heiraten) ist sehr offen und hat mir gerade schon die Uhrzeit durchgesagt(bzw ich durfte sie mir aussuchen), damit ich die Einladungen fertig machen kann - obwohl Sie uns noch nicht gesehen haben und wir auch noch nicht dieses Schreiben von der zuständigen Kirche haben.
Und ich wollte gar nicht anrufen, weil ich gedacht habe dass es eh nichts wird…
Langer Text - kurzer Sinn: Es ist nicht die KIRCHE, sondern die Menschen und die sind - wie in jeder Situation - verschieden.-))
Grüße

hallo euch allen
es ist schon richtig es gibt leider diese “horrorgeschichten” immer wieder aber eben auch positive erfahrungen, das steht und fällt immer mit dem jeweiligen pastor und wie der dann seine vorschriften auslegt, sie beachtet oder sich darüber hinwegsetzt.
Solche “geschichten” findet man immer wieder in allen hochzeitsforen, leider, aber die hoffnung das sich in beiden kirchen etwas bewegt, darf man nicht aufgeben.
Das grundproblem ist eben das die katholische kirche ein anderes verständnis von der eheschließung hat, weil die hochzeit /eheschließung eben ein sakrament ist und eben kirchenintern einen ganz anderen statuts hat als in der ev. kirche.
Es ist richtig und sinnvoll sich einen pastor zu suchen mit dem man wünsche und vorstellungen die man hat im vorfeld klären kann und eben dabei auch feststellt,was geht und was nicht. ( Ich weiß wo von ich rede, war lange genug bei kirchens und habe immer wieder brautpaare mit solchen oder ähnlichen erfahrungen gehabt)

Peter
Freier Theologe

hallo aida,

ich denke, wenn du in deine wunschkirche an einem sonntag in den gottesdienst gehst und dir dann der pfarrer auch zusagst dürfte es kein problem sein. red ihn doch einfach nach dem gottesdienst an, schilder im dein anliegen, dass du mit deiner heimatgemeinde unzufrieden bist und dein zukünftiger auch, dass er deshalb ausgetreten ist.
schmeichle dem pfarrer, dass dir der gottesdienst gefallen hätte und das du gerne von ihm getraut werden würdest.

denn es ist schon wichtig den termin auch in der kirche festzulegen und bestätigen zu lassen. nur so viel ich weiss kostet es extra wenn man in einer anderen gemeinde heiratet.

viel erfolg
grüssle