Was ist ein Brautexamen?

Liebe Mistreiterinnen,

ich brauche eure Hilfe. Weiß jemand, was in der katholischen Kirche ein “Brautexamen” ist? Mein Verlobter (kath.) hat mit seiner Pfarre telefoniert, von der wir einen Dispens brauchen, um in einer anderen kath. Kirch zu heiraten. Als er dann erwähnte, dass ich ev. bin, fiel das Stichwort “Brautexamen”, dass dann durchzuführen sei. Leider hat mein Verlobter nicht nachgehakt, so dass ich nicht weiß, was da auf mich zukommt. Handelt es sich vielleicht um die ganz normale Ehevorbereitung, die wir zusammen machen? Oder um ein spezielles “Examen” für evangelische Bräute (wir heiraten kath. mit ev. Beistand)? Habe schon die schlimmsten Befürchtungen, dass sie prüfen wollen, ob ich eines katholischen Junggesellen würdig bin… :open_mouth:

Hallo Terry,

ich hab gar keine Ahnung.
Aber ehrlich gesagt versteh ich eh immer nur Bahnhof wenn ich diese ganze Begriffe wie Dispens und so höre.
Ich würde mich super freuen wenn Ihr Christen den kleinen Heiden unter Euch mal nen bissl aufklären würdet :unamused:

1000 Dank
Koboldine

Hi,

also ich kann es immer nicht verstehen, dass Katholiken sich so anstellen, wenns ums heiraten geht. Da dürfen keine Ungetauften geheiratet werden, da muss unterschrieben werden, Kinder katholisch zu erziehen und wenn man nen Protestanten heiratet, dann muss der ein Examen machen…

Also dafür, dass es ja immer mehr Menschen aus und nicht in die Kirchen zieht, sollten da mal welche umdenken. Ich meine Protestanten und Ungetaufte (ich finde, Heiden hört sich fies an) sind doch keine schlechten Menschen oder gottlose verwirrte Irre.

Wenn ich dran denke, wie lässig unser Pastor damit umgegangen ist, dass mein Mann ungetauft ist (und der hatte wirklich bedenken, das zu “beichten”), sträubt es sich bei mir immer, wenn ich da die Storys von den Katholiken höre. (Ich hoffe, das war nicht zuviel Geschimpfe auf die Katholiken, aber das musste ich mal loswerden.)

LG, Marei

Langsam, langsam. Ich weiß ja noch gar nicht, ob das “Brautexamen” wirklich eine Prüfung für evangelische Bräute ist. Das frage ich euch ja gerade. Vielleicht ist es wirklich nur die Ehevorbereitung, die man in der kath. Kirche grundätzlich machen muss. Das finde ich auch sehr sinnvoll und hätte keine Angst davor. Jedenfalls möchte ich nicht, dass allein durch meine Frage der Eindruck entsteht, es gäbe eine neue katholische Schikane. Bis jetzt war unser Kontakt mit beiden Pfarrern sehr freundlich und kooperativ, und auch für unsere ökumenische Trauung ist die kath. Seite sehr aufgeschlossen (die ev. sowieso).

@Koboldine: Worüber willst du denn aufgeklärt werden, kleine Heidin :wink: ?

lg terry

So ihr Lieben
jetzt lasst euch mal von einer ehemaligen Klosterschülerin einiges erklären :wink:
(schade es gibt keinen smilie mit einem Heiligenschein)
Also von einem Brautexamen habe ich auch noch nix gehört.
Bei uns ist es andersrum: ich (katholisch) heirate Ihn (evangelisch)… was bei uns noch erschwerent dazu kommt: ER hat das Abenteuer EHE bereits einmal hintersich. Damals wurde er aber nur standesamtlich getraut und daher können wir jetzt kirchlich heiraten…
Dispens ist die Freigabe deines zuständigen Wohnort-pfarrers, daß du wo anders als bei ihm und evtl ökomenisch heiratest. Übrigens braucht der jeweils anders gläubige anwesende Pfarrer/Pastor auch einen Dispens um in einer andersgläubigen Kirche an einer Trauung teilnehmen zu dürfen…ohhhjee :confused:
Die Ehevorbereitungsseminare sind bei uns in Bayern (und das gilt ja als überoberkatholisch) nur noch freiwillig. Wird natürlich gerne gesehen, wenn man daran teilnimmt, aber es ist nicht mehr, wie vor ein paar Jahren noch verpflichtend. Also es wird ein Gespräch vor der Trauung geben, darüber wird ein s.g. “Brautprotokoll” geschrieben. Das heißt der Pfarrer schreibt auf, welche themen man besprochen hat und welche vorstellungen man hat (von der ehe, der Kindererziehung und der Trauung an sich)
Das unangenehme ist, alles kostet: Wir heiraten auch kirchlich in meiner Heimatgemeinde, in der wir aber nicht mehr wohnen. Also benötigen wir von dem Pfarrer hier (den ich gar nicht kenne) eine “Überweisung” zu meinem Pfarrer, von dem ich getraut werde. Dafür fällt Gebühr an. Nun haben wir hier in unserer Wohnortpfarrei leider eine etwas … ääähh… nicht so nette Pfarrsekretärin. Die will keine Überweisung für das Brautprotokoll ausstellen, sondern besteht darauf, daß wir das Gespräch über unsere Trauung bei IHrem Pfarrer machen, der uns aber doch gar nicht traut. … Aber ohne Überweisung kann ich nicht zu meinem Pfarrer gehn. … Also werde ich 2 Hochzeitsgespräche mit Protokoll haben… das bedeutet doppelt Gebühr.
Ich bin der gleichen Meinung wie Marei, die Kirche sollte es “kirchlich-heiratswilligen” nicht noch durch Papierkram und Gebühren sooo schwer machen.
Ich hoffe ich konnte den kirchlichen-Bürokratie-Wirrwarr etwas aufdröseln.

Christine

Hallo Ihr Lieben,

@ Marei: ich finde Heide gar nicht schlimm :wink: und nicht das Du noch Schimpfe mit den Protestanten bekommst, dass Du sie und solche wie mich in einen Topf wirfst.
Ich meine ich stehe ja dazu, dass ich nicht getauft worden bin, das selber später nicht wollte und kaum einen Bezug zur Kirche und Gott wie er in meinen Augen durch die Kirche repräsentiert wird, habe.
Warum hatte Dein Mann ein Problem damit zu sagen, dass er nicht getauft ist?
@ Terry: na ja, da viele von Euch ja kirchlich heiraten-und es erstaunt mich wirklich wie wichtig es den meisten, oder sogar fast allen von Euch ist. Also ich meine damit, dass ich bei vielen Paaren schon den Eindruck hatte das sie wegen der Atmosphäre kirchlich geheiratet haben. Und das wäre für uns bsp. nie in Frage gekommen. Aber ich sehe bei Euch halt, dass Ihr Euch ernsthaft Fragen stellt wie “wann tauschen wir die Ringe (da sie beim Standesamt nicht geweiht sind), wann ist der “echte” Hochzeitstag” etc. und das finde ich sehr schön.
Tja, und da ich nun ja momentan unter Euch weile möchte ich Eure Probleme ja auch verstehn und brauch daher ein bissl Nachhilfe-Christine hat damit ja schon mal begonnen. Falls Euch also noch etwas einfällt-her damit.
@Christine: schon mal vielen lieben Dank. Aber wer stellt denn nun Deinem Pfarrer wenn er aus Deinem Wohnort mit in eine andere Kirche oder zu einem ökomenischen Traugottesdienst kommt die Dispens aus…kann er ja schlecht für sich selber ausstellen.
Muß man bei den Katholiken oder wenn man als Heide oder Protestant einen Katholiken ehelichen möchte immer noch “sagen” das mögliche Kinder im katholischen Glauben erziehen werden? Gibt es soetwas auch bei den Protestanten?

LG Koboldine

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie verschieden das alles gehandhabt wird. Einheitliche Regeln gibt es da wohl nirgends. Bei uns war es folgendermaßen: Mein Mann ist katholisch, ich ungetauft. Also sind wir zum Pfarramt gegangen. Dort mussten wir erfahren, dass der Teil des Ortes indem wir wohnen kirchlich gesehen garnicht zu diesem Pfarramt gehört. Verwaltungstechnisch gehören wir aber dazu, d.h. das Standesamt, dass genau neben der Kirche ist, hat uns getrauut. :question: Das wußten wir allerdings nicht, aber wir wollten unbedingt in dieser Kirche heiraten, da mein Mann hier auch getauft, gefirmt etc. wurde. Das Pfarramt war sehr lieb und hat dem Pfarrer, der eigentlich für uns zuständig gewesen wäre, um die Dispens gebeten, ohne jegliche Gebühren. Und das ich nicht getauft bin, war auch überhaupt kein Problem. Ein Ehevorbereitungsseminar haben wir trotzdem gemacht, obwohl auch das keine Pflicht war. Alles war total unkompliziert, und der Pfarrer hat uns sogar noch für die zeremonie eine Sängerin besorgt, kostenlos!!! Die Trauung war traumhaft. Das wird euch bestimmt für den ganzen Aufwand entschädigen.
LG

Hallo Koboldine,

na wenn du kein Problem mit Heide hast, dann kann ich das ja auch sagen. (Wo kommt das Wort eigentlich her? - Kiri, du scheinst ja Experte zu sein.)

Mein Mann ist völlig überzeugt ungetauft und hat eigentlich keine Probleme damit, das auch zu sagen. Aber mir ist die kirchliche Trauung ja sehr wichtig und wahrscheinlich hatte er etwas Angst, mir da Steine in den Weg zu legen, wenn er nicht getauft ist. Außerdem kannte er im Gegensatz zu mir den Pastor vorher auch nicht, da weiß man ja noch nicht, wie die das sehen.

Ich glaube übrigens, mit dem hin und her laufen und diese ganzen Sachen zu beantragen, wird es bei uns auch noch kompliziert, da wir uns von einem Diakon (eine Gemeinde) und einem Pastor (eine andere Gemeinde) in einer Kirche (evtl. die dritte Gemeinde) trauen lassen wollen und nciht davon ist aus unserer Gemeinde. Aber bisher waren alle mit denen wir geredet haben sehr entgegenkommend und sahen da überhaupt keine Probleme.

Und ich finds schön, wenn es wie bei Si-monerl auch bei den Katholiken trotz eines Heiden in der Ehe so problemlos klappt. Das scheint ja wirklich vom Pastor abzuhängen.

@Koboldine Was stört dich denn an der Kirche und wie sie Gott repräsentiert? (Ich möchte dich nicht bekehren, keine Angst) Ich finde es immer schade, wenn die Kirche einem den Glauben “kaputt macht”, zB. weil die Gottesdienste blöd sind oder so. Ich war ja letztens mit meinem Mann in einem Gottesdienst (seine Idee), der war super. Die haben Gospelmusik gespielt und weniger geredet (eine Predigt und die üblichen Gebete gabs, aber kurz gehalten), mein Mann meinte, bei manchem Liedern wären ihm die Tränen vor Rührung gekommen und zu den Gottesdiensten wollen wir jetzt auf jeden Fall öfter gehen.

LG, Marei

Liebe Marei,
ALSO: der Begriff “Heide” hatte ursprünglich nichts mit Religion zu tun.
Alle Leute die nicht in der Stadt wohnten (auf unbebautem Land- hieß es) lebten in der Heide und waren demnach “Heiden”.
Die Christianisierung erreichte durch Missionstätigkeiten erstmal die Städte und bebauten Ländereien. Daher waren die Städter als erstes “christlich” und getauft und die Landbevölkerung noch nicht “relígionisiert” - sodaß der Name “Heide” durch die Ortsbestimmung (die wohnen auf der Heide) gleichzeitig ein Begriff für nicht getaufte Landbevölkerung ohne Religion galt.
Also würde ich “Heide” auch nicht als Schimpfwort ansehen.
Inzwischen heißt es in der “Amtskirche” auch nicht mehr Heide - sondern “Nicht-Christ”…

Christine (also schon nach dem Namen nach eine “Christin” :wink: )

Hallo Kiri (stört es dich eigentlich, wenn ich Kiri statt Christine schreibe?),

du bist ja wirklich Experte - Respekt.

Aber Nicht-Christen sind ja auch Moslems und sonstwie anders Gläubige. Macht das keinen Unterschied, ob einer gar nicht, oder nicht an das gleiche wie wir glauben?

Wie sieht das eigentlich mit Bräuten aus ganz anderen Religionen aus? Haben wir solche Bräut auch hier? Wie kompliziert das wohl ist, wenn es schon mit zwischen Katholiken und Protestanten teilweise solche Probleme gibt.

LG, Marei

@Marei
ne Kiri stört mich nicht wirklich … obwohl das sich so nach der Käsewerbung “Kiri kiri kiri” anhört… :stuck_out_tongue:
aber wenn der Inhalt deiner Sätze an mich weiter so nett sind, dann kannst du mich nennen, wie immer du auch willst.
übrigends Kiribati ist eine Insel im Karibik, weil ich so ein “Sand-Sonne-Relaxen-Urlaubstyp” bin. 8)
Noch mal ein Wort zu den “Heiden” also “Nichtchristen” waren ursprünglich (aus der Sicht der Katholiken) alle Menschen die weder christlicher Religion noch der jüdischen Religion angehörten.
Heute wird es weitergefasst: Heiden sind jene (religiöse) Menschen die keiner Weltreligion angehören (Weltreligionen sind: Christentum, Islam, Hinduismus, Buddismus und Judentum).

Ich kann mir es auch ziemlich kompliziert vorstellen, in eine andere Religion “einzuheiraten”.
Bei mir stand (vor viiiieelen vieeelen Jahren) mal eine griechisch-orthodoxe Hochzeit zum Thema. Das wäre enorm schwierig geworden und die Eheschließung wäre bei katholischen Arbeitgebern nicht anerkannt worden.
In meinem Beruf, besonders hier in Bayern, sind der überwiegende Teil der Arbeitgeber konfessionell. Und bei der Einstellung ist immer auch ein Kriterium ob man konfessionell “richtig” verheiratet ist. Ich hatte Kolleginnen, die ihre Kündigung bekommen haben, weil sie einen geschiedenen Mann geheiratet hatten. Totaler Unsinn- aber leider das “Recht” von konfessionellen AG.
Damit kein falscher Verdacht aufkommt :wink: , ich arbeite zur Zeit bei einem freien Träger und heirate daher nicht wegen meiner Arbeitsstelle kirchlich.

So, schönen Abend
christine

so, meine Schwägerin in spe ist in der Kirche sehr aktiv und wusste tatsächlich, was ein Brautexamen ist: Es ist die übliche Ehevorbereitung, die man als Paar zusammen macht, nicht ein spezielles Examen für die Braut. Brautexamen ist ein etwas altmodischer Begriff, wie auch Brautmesse für den Hochzeitsgottesdienst. Wie die Ehevorbereitung genau abläuft, wissen wir noch nicht, das ist ja von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschidelöich, manchmal wird sogar ganz darauf verzichtet. Das wäre also geklärt!
lg terry

Mein künftiger Mann und ich haben in ein paar Wochen ein erstes Vorgespräch mit dem Pfarrer. Ich bin evangelisch getauft, mein Verlobter ist nicht getauft. Trotzdem möchten wir gerne kirchlich heiraten, da es mir sehr wichtig ist.
Hatte eine von euch bereits so ein Gespräch und kann mir sagen, welche Fragen der Pfarrer gestellt hat, bezügl. Glauben und so?
Danke schonmalfür eure Antworten!

Hallo, bri meiner Frundin war die Situation genauso, sie haben mit denn Pfarrern in Ihrem Sprengel Ehevorbereitungsgespräche geführt, aber es gab keine Prüfung. Bei den Gesprächen waren sie 3 Paare und zum Schluss gab es noch für jeden ein Einzelgespräch. Vll hilft dir das auch weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Brautexamen LG

Hallo zusammen , ich bin neu hier :slight_smile:

Habe davon noch nie gehoert…

Habe davon auch nichts gehoert…